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AdFection: Staatstrojaner nutzen Werbenetzwerke für Zero-Click-Angriffe

Security · 15.10.2026

Eine Studie von Citizen Lab zeigt, wie Angreifer globale Werbenetzwerke missbrauchen, um unbemerkt Spyware auf Endgeräten zu installieren – ganz ohne Nutzerinteraktion.

Eine aktuelle Untersuchung des Forschungsinstituts Citizen Lab zeigt, dass staatliche Akteure zunehmend globale Werbenetzwerke für hochentwickelte Spionageangriffe missbrauchen. Bei dieser als „AdFection“ bezeichneten Methode wird Schadcode über herkömmliche Online-Anzeigen ausgeliefert, um Zielpersonen ohne jegliche Interaktion zu infizieren. Betroffen sind nicht nur prominente Einzelpersonen, sondern potenziell auch Infrastrukturen von Medienhäusern und Unternehmen im DACH-Raum.

Warum ist das wichtig?

Die Methode der Zero-Click-Exploits stellt für IT-Abteilungen eine erhebliche Bedrohung dar. Da für eine erfolgreiche Infektion kein Klick auf einen schädlichen Link oder das Öffnen eines Dateianhangs erforderlich ist, versagen klassische Security-Awareness-Schulungen der Mitarbeiter an dieser Stelle vollständig. Die Schadsoftware dringt allein durch das Laden einer regulären Webseite ein, die Werbebanner von kompromittierten Netzwerken ausspielt. Da Werbe-Auktionen (Real-Time Bidding) in Millisekunden ablaufen und hochgradig dynamisch sind, ist die Erkennung und Filterung solcher manipulierten Werbemittel auf Gateway-Ebene extrem schwierig. Für Unternehmen bedeutet dies ein erhöhtes Risiko für Wirtschaftsspionage und den Abfluss sensibler Geschäftsdaten, insbesondere wenn Führungskräfte oder Mitarbeiter in sensiblen Rollen auf Dienstreisen oder im Homeoffice ungeschützt surfen.

Was Nutzer jetzt tun sollten

Um sich und das Unternehmensnetzwerk effektiv gegen AdFection-Angriffe zu schützen, sollten IT-Verantwortliche und Administratoren folgende Sicherheitsmaßnahmen etablieren:

Fazit

Die AdFection-Methode verdeutlicht, dass die Werbeindustrie ungewollt zu einem der gefährlichsten Einfallstore für staatliche Cyberspionage geworden ist. Da reine Nutzersensibilisierung hier nicht greift, müssen Unternehmen technische Schutzmaßnahmen wie zentral gesteuertes Ad-Blocking und striktes Patch-Management priorisieren, um ihre Netzwerke abzusichern.

Quelle: heise Security