Security · 30.8.2026
Schadsoftware auf Endgeräten entwendet aktive Anmeldesitzungen für den KI-Assistenten Claude, um Guthaben und Nutzungskontingente unbefugt zu verbrauchen.
Der KI-Entwickler Anthropic warnt derzeit aktive Nutzer seines Chatbots Claude vor einer neuen Bedrohungswelle durch Infostealer-Schadsoftware. Angreifer nutzen Schadprogramme auf den Endgeräten der Opfer, um aktive Browser-Sitzungen (Session-Cookies) zu stehlen und sich so ohne Passworteingabe oder Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) Zugriff auf die Claude-Konten zu verschaffen. In der Folge wird das gebuchte Nutzungskontingent der betroffenen Accounts von den Angreifern unbefugt verbraucht.
Für Unternehmen im DACH-Raum stellt dieses Szenario ein erhebliches Sicherheits- und Finanzrisiko dar. Da viele Teams Claude über kostenpflichtige Team- oder Enterprise-Pläne nutzen, kann der Diebstahl von Sitzungstoken zu einer unbefugten Nutzung von teurem API-Guthaben führen. Schwerer wiegt jedoch der potenzielle Abfluss sensibler Unternehmensdaten: Angreifer, die sich Zugriff auf eine aktive Claude-Sitzung verschaffen, können den bisherigen Chatverlauf einsehen, der oft vertrauliche Quellcodes, Geschäftsberichte oder interne Dokumente enthält. Da moderne Infostealer-Malware wie RedLine oder Lumma im Hintergrund agiert, bleibt die Kompromittierung des Client-Systems oft über längere Zeit unentdeckt.
Administratoren und IT-Verantwortliche sollten umgehend Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, um die Endgeräte ihrer Mitarbeiter abzusichern. Da herkömmliche Anmeldesicherungen wie 2FA bei einem Session-Hijacking wirkungslos sind, steht die Endpunktsicherheit im Vordergrund:
Der Vorfall verdeutlicht, dass starke Passwörter und Zwei-Faktor-Authentifizierung allein keinen vollständigen Schutz bieten, wenn der Client selbst infiziert ist. Nur eine lückenlose Überwachung der Endpunkte und ein restriktives Sitzungsmanagement können den Missbrauch von Cloud- und KI-Diensten in Unternehmen effektiv verhindern.
Quelle: BleepingComputer