Security · 15.9.2026
Viele IT-Sicherheitsabteilungen prüfen Schutzmaßnahmen nur isoliert. Ein neuer Ansatz fordert das Testen kompletter Angriffsketten, um reale Bedrohungen abzuwehren.
In der modernen IT-Sicherheitslandschaft konzentrieren sich viele Unternehmen darauf, isolierte Abwehrmechanismen zu testen – etwa ob ein EDR-System eine bestimmte Payload blockiert oder ob ein Filter Phishing-Mails erkennt. Diese punktuelle Überprüfung greift jedoch zu kurz, da reale Angreifer meist komplexe Angriffsketten (Attack Chains) nutzen. Erst das Zusammenspiel verschiedener Techniken überwindet Barrieren, weshalb Sicherheitsprüfungen die gesamte Kette und nicht nur einzelne Angriffsflächen betrachten müssen.
Für Unternehmen im DACH-Raum, insbesondere im Mittelstand und bei Betreibern kritischer Infrastrukturen (KRITIS), ist diese Erkenntnis von hoher Relevanz. Cyberkriminelle nutzen selten nur ein einziges Einfallstor; sie kombinieren Phishing, Privilege Escalation und das Ausnutzen von Fehlkonfigurationen, um sich lateral im Netz zu bewegen. Wer nur isolierte SIEM-Regeln oder EDR-Alarme testet, wiegt sich in einer trügerischen Sicherheit. Ein erfolgreicher Einbruch wird oft erst dann erkannt, wenn es zu spät ist, weil die einzelnen Schritte der Angreifer für sich genommen unauffällig wirkten, in ihrer Kombination jedoch verheerend sind.
Sicherheitsverantwortliche und Administratoren sollten ihre Teststrategien anpassen:
Ein reaktives Prüfen von Einzelfunktionen schützt nicht vor modernen, mehrstufigen Angriffen. Nur wer lernt, in komplexen Pfaden zu denken, kann seine Verteidigungsstrategie nachhaltig stärken und kritische Angriffsketten frühzeitig unterbrechen.
Quelle: The Hacker News