Security · 13.10.2026
Angreifer verknüpfen drei Zero-Day-Schachstellen in Ivanti Connect Secure, um Root-Rechte zu erlangen. Bisher sind nur zwei der Lücken geschlossen.
Sicherheitsforscher haben eine aktive Angriffskampagne aufgedeckt, bei der Angreifer drei bisher unbekannte Sicherheitslücken (Zero-Days) in der VPN-Lösung Ivanti Connect Secure miteinander verknüpfen. Durch diese Kette von Schwachstellen ist es möglich, ohne vorherige Authentifizierung Befehle mit Root-Rechten auf den betroffenen Systemen auszuführen. Der Hersteller Ivanti hat bisher Sicherheitsupdates für zwei der drei Schwachstellen veröffentlicht und fordert betroffene Unternehmen zu sofortigem Handeln auf.
VPN-Appliances wie Ivanti Connect Secure sind zentrale Einstiegspunkte in die Netzwerke von Unternehmen, Behörden und kritischen Infrastrukturen (KRITIS) – auch im DACH-Raum. Ein erfolgreicher Angriff, der Root-Rechte ohne vorherige Anmeldung ermöglicht, kompromittiert die gesamte Sicherheitsarchitektur des betroffenen Netzwerks. Da Angreifer die Kontrolle über die Appliance übernehmen können, sind nachfolgende Angriffe wie das Abgreifen von Zugangsdaten, Ransomware-Infektionen oder die Spionage im internen Netzwerk hochwahrscheinlich. Dass aktuell nur zwei der drei Schwachstellen gepatcht sind, verschärft die Lage zusätzlich, da Angreifer weiterhin nach Wegen suchen könnten, die verbleibende Lücke auszunutzen.
IT-Verantwortliche und Administratoren, die Ivanti Connect Secure einsetzen, müssen unverzüglich Maßnahmen ergreifen, um ihre Netzwerke zu schützen.
Die Kombination mehrerer Schwachstellen zeigt erneut, dass VPN-Gateways ein primäres Ziel für professionelle Bedrohungsakteure bleiben. Ein lückenloses Patch-Management und die schnelle Umsetzung von Hersteller-Workarounds sind für B2B-Unternehmen im deutschsprachigen Raum derzeit die einzig wirksame Verteidigung, um schwerwiegende Sicherheitsvorfälle zu verhindern.
Quelle: The Hacker News