Security · 9.10.2026
Angreifer nutzen zwei Schwachstellen in der Backup-Software AhsayCBS aus, um Systeme zu kapern und Schadsoftware unter dem Deckmantel von Microsoft Edge zu installieren.
Cyberkriminelle nutzen derzeit aktiv zwei kürzlich offengelegte Sicherheitslücken in der Backup-Software AhsayCBS aus. Durch die Ausnutzung dieser Schwachstellen gelingt es den Angreifern, die vollständige Kontrolle über betroffene Systeme zu übernehmen, Webshells zu hinterlegen und XMRig-Kryptominer einzuschleusen. Um der Entdeckung durch gängige Sicherheitssoftware zu entgehen, tarnen die Akteure die schädlichen Prozesse dabei geschickt als legitime Microsoft-Edge-Dateien.
Für IT-Verantwortliche und Systemadministratoren im DACH-Raum stellt diese Angriffswelle eine ernsthafte Bedrohung dar. Backup-Server zählen zur absolut kritischen Infrastruktur eines jeden Unternehmens, da sie hochsensible Datenbestände verwalten und über weitreichende Berechtigungen im gesamten Netzwerk verfügen. Dass sich die Schadsoftware als 'msedge.exe' tarnt, macht die Bedrohung besonders tückisch, da dieser Prozess auf vielen Systemen als legitim eingestuft und von einfachen Monitoring-Tools oft übersehen wird. Neben dem massiven Ressourcenverlust durch das Krypto-Mining besteht über die etablierten Webshells das Risiko von Datenabfluss und lateralen Bewegungen der Angreifer im Firmennetzwerk, was den Weg für Ransomware-Angriffe ebnen kann.
Administratoren, die AhsayCBS-Instanzen in ihrer Infrastruktur betreiben, sollten umgehend aktiv werden. Der wichtigste Schritt ist das Einspielen der vom Hersteller bereitgestellten Sicherheitsupdates, um die Schwachstellen, darunter die als CVE-2026-105133 registrierte Sicherheitslücke, vollständig zu schließen. Darüber hinaus wird dringend empfohlen, die laufenden Prozesse auf den Servern zu auditieren. Jede Ausführung von Microsoft-Edge-Prozessen auf dedizierten Backup-Servern sollte als hochgradig verdächtig eingestuft und isoliert werden. IT-Abteilungen sollten zudem ihre Netzwerkprotokolle auf Verbindungen zu bekannten Mining-Pools überprüfen und die Integrität der Web-Verzeichnisse der Backup-Anwendung auf unautorisierte Dateien kontrollieren.
Der aktuelle Fall verdeutlicht einmal mehr, dass Backup-Systeme im Fokus professioneller Angreifer stehen. Ein lückenloses Patch-Management sowie eine restriktive Überwachung von Systemprozessen und ausgehendem Netzwerkverkehr sind für Unternehmen unerlässlich, um sich vor solchen verdeckten Bedrohungen effektiv zu schützen.
Quelle: The Hacker News