Security · 8.9.2026
Die Kampagne "BengalSEO" manipuliert Suchergebnisse bei Microsoft Bing, um Nutzer mit Schadsoftware wie MayaBot und gefälschten Support-Anrufen zu täuschen.
Sicherheitsforscher haben eine weitreichende SEO-Poisoning-Kampagne namens „BengalSEO“ aufgedeckt, die gezielt Suchergebnisse der Microsoft-Suchmaschine Bing manipuliert. Ziel der Angreifer ist es, ahnungslose Nutzer auf externe, manipulierte Websites zu locken, um Schadsoftware wie den Trojaner MayaBot zu verbreiten oder sie in betrügerische Tech-Support-Scams zu verwickeln. Die Kampagne nutzt gezielte Suchmaschinenoptimierung, um schadhafte Links weit oben in den Suchergebnissen zu platzieren.
Da Bing die Standard-Suchmaschine in Microsoft Edge und direkt in das Windows-Betriebssystem integriert ist, sind Unternehmen und Privatanwender im DACH-Raum besonders gefährdet. Mitarbeiter, die im Arbeitsalltag nach gängigen Begriffen, Software-Downloads oder Anleitungen suchen, könnten leicht auf die scheinbar legitimen, aber manipulierten Suchergebnisse klicken. Da herkömmliche Antiviren-Lösungen den Besuch einer bekannten Suchmaschine oft nicht blockieren, stellt diese Methode ein erhebliches Einfallstor für Malware dar. MayaBot ermöglicht den Angreifern zudem den Diebstahl sensibler Anmeldedaten und die Fernsteuerung infizierter Systeme, was in Unternehmensnetzwerken schwerwiegende Folgen haben kann.
IT-Verantwortliche sollten ihre Mitarbeiter dringend für das Thema SEO-Poisoning sensibilisieren. Downloads von Software oder administrativen Tools sollten ausschließlich über die offiziellen Webseiten der jeweiligen Hersteller und nicht über generische Suchergebnisseiten getätigt werden. Zudem empfiehlt sich der Einsatz von modernen Endpoint-Protection-Lösungen (EDR), die verdächtige Verhaltensweisen auf Systemebene blockieren, noch bevor eine Malware aktiv werden kann. DNS-Filter und Web-Security-Gateways sollten so konfiguriert werden, dass sie bekannte Schad-Domains und neu registrierte, noch unbewertete Websites automatisch blockieren. Systemadministratoren sollten zudem die Standard-Suchmaschinen-Richtlinien in Gruppenrichtlinien (GPOs) restriktiv verwalten.
Die BengalSEO-Kampagne zeigt einmal mehr, dass Suchergebnissen kein blinder Vertrauensvorschuss gewährt werden darf. Nur durch eine Kombination aus technischer Prävention auf DNS-Ebene, restriktiven Berechtigungen und kontinuierlicher Mitarbeiterschulung lässt sich das Risiko solcher Angriffe im Unternehmensumfeld effektiv minimieren.
Quelle: The Hacker News