Security · 11.9.2026
Nach dem Microsoft-Patchday im September klagen zahlreiche Administratoren über fehlschlagende Remote-Desktop-Verbindungen. Ein offizieller Fix steht noch aus.
Nach der Installation der Sicherheitsupdates aus dem September-Patchday melden Systemadministratoren und IT-Verantwortliche weltweit massive Probleme beim Aufbau von Remote-Desktop-Verbindungen (RDP) zu Windows-Servern. Betroffene Systeme verweigern den Verbindungsaufbau mit unklaren Fehlermeldungen, was den administrativen Fernzugriff erheblich einschränkt. Microsoft hat das Problem bisher zwar registriert, ein offizieller Hotfix steht zum aktuellen Zeitpunkt jedoch noch aus.
Für Unternehmen im DACH-Raum gehört das Remote Desktop Protocol (RDP) zu den wichtigsten Werkzeugen für die tägliche Administration von Server-Infrastrukturen und die Bereitstellung von Terminalserver-Sitzungen für Mitarbeiter im Homeoffice. Wenn diese Verbindungen unvorhergesehen blockiert werden, drohen empfindliche Betriebsunterbrechungen im IT-Betrieb. Da die Störung direkt mit den turnusmäßigen Sicherheitsupdates korreliert, stehen IT-Abteilungen vor einem Dilemma: Sie müssen zwischen dem Schließen kritischer Sicherheitslücken und der Aufrechterhaltung der operativen Handlungsfähigkeit abwägen.
Administratoren wird dringend empfohlen, vor der großflächigen Verteilung der September-Updates in ihrer Testumgebung zu prüfen, ob die RDP-Funktionalität beeinträchtigt wird. Falls die Updates in der Produktionsumgebung bereits installiert wurden und RDP-Verbindungen fehlschlagen, sollte die Ereignisanzeige (Event Viewer) auf spezifische Fehlercodes hin untersucht werden. Eine Deinstallation der betroffenen Sicherheitsupdates sollte aufgrund der damit verbundenen Sicherheitsrisiken nur das letzte Mittel sein. Stattdessen empfiehlt sich der temporäre Einsatz alternativer Verwaltungswerkzeuge wie dem Windows Admin Center oder SSH. Zudem sollten IT-Verantwortliche die Einstellungen zur Authentifizierung auf Netzwerkebene (NLA) sowie die TLS-Konfigurationen auf Clients und Servern überprüfen, da Inkompatibilitäten in diesen Bereichen häufig die Ursache für Post-Update-Fehler sind.
Der aktuelle Vorfall verdeutlicht erneut die Notwendigkeit eines kontrollierten Patch-Managements. Bis Microsoft eine fehlerbereinigte Version der Updates nachliefert, müssen Administratoren auf temporäre Workarounds und alternative Zugriffskanäle ausweichen, um den administrativen Betrieb aufrechtzuerhalten.
Quelle: Golem Security