Security · 21.9.2026
Angreifer kompromittierten Zugangsdaten von Drittanbieter-Apps der Firma Ribon, um Schadcode in BigCommerce-Shops einzuschleusen und Zahlungsdaten abzugreifen.
Die E-Commerce-Plattform BigCommerce hat zahlreiche Händler über Sicherheitsvorfälle informiert, bei denen Angreifer unbefugten Zugriff auf Kundendaten erlangt haben. Die Angreifer nutzten kompromittierte Zugangsdaten von Drittanbieter-Anwendungen des Entwicklers Ribon, um bösartige Skripte in die Online-Shops einzuschleusen. Über diesen Weg konnten sensible Kunden- und Zahlungsinformationen direkt beim Bezahlvorgang abgefangen werden.
Für Unternehmen im DACH-Raum, die E-Commerce-Lösungen auf Basis von BigCommerce betreiben, zeigt dieser Vorfall die anhaltenden Risiken in der digitalen Lieferkette (Supply-Chain-Angriffe). Durch die Kompromittierung einer vertrauenswürdigen Drittanbieter-App erhalten Kriminelle direkten Zugriff auf den Dokumentenbaum der Website. Dies ermöglicht das sogenannte Web-Skimming, bei dem Kreditkartendaten und persönliche Informationen im Browser der Kunden abgefangen werden, noch bevor sie verschlüsselt an die Server übertragen werden. Betroffenen Händlern drohen neben dem direkten Reputationsschaden auch empfindliche Bußgelder nach der DSGVO, wenn der Schutz von Kundendaten nicht hinreichend gewährleistet wurde.
Betreiber von BigCommerce-Shops sollten umgehend prüfen, ob in der Vergangenheit oder aktuell Ribon-Anwendungen in ihre Storefront integriert waren. Folgende Sofortmaßnahmen sind ratsam:
Der Vorfall verdeutlicht, dass die Absicherung des eigenen Kernsystems im modernen E-Commerce nicht mehr ausreicht. IT-Sicherheitsverantwortliche müssen die gesamte digitale Lieferkette überwachen und den Einsatz von Drittanbieter-Code durch technische Härtungsmaßnahmen wie CSP minimieren, um das Risiko von Web-Skimming effektiv einzudämmen.
Quelle: BleepingComputer