Security · 24.10.2026
Ein neu entdecktes UEFI-Bootkit namens BlackX nutzt eine bekannte Sicherheitslücke, um den Secure-Boot-Schutz auszuhebeln und Sicherheitssoftware zu deaktivieren.
Ein neu entdecktes UEFI-Bootkit namens „BlackX“ sorgt in der IT-Sicherheitslandschaft für Unruhe. Die Schadsoftware wird im Rahmen von Cyberspionage-Kampagnen eingesetzt und nutzt die ältere, als „Baton Drop“ bekannte Schwachstelle (CVE-2022-21894), um den Secure-Boot-Mechanismus von Windows-Systemen zu umgehen. Einmal aktiv, lädt das Bootkit einen bösartigen Treiber, der gezielt Sicherheitslösungen von Herstellern wie Kaspersky und Avast manipuliert und deaktiviert.
Für Unternehmen und anspruchsvolle Privatnutzer im DACH-Raum stellt dieses Szenario eine erhebliche Bedrohung dar. UEFI-Bootkits nisten sich tief im System ein, noch bevor das eigentliche Betriebssystem startet. Da BlackX die Integritätsprüfungen von Secure Boot erfolgreich aushebelt, bleibt die Infektion für herkömmliche Erkennungsmechanismen oft unsichtbar. Dass hierbei eine bereits bekannte Schwachstelle aus dem Jahr 2022 ausgenutzt wird, verdeutlicht ein strukturelles Problem in vielen IT-Infrastrukturen: das mangelnde Patch-Management auf Firmware- und Bootloader-Ebene. Da der bösartige Treiber zudem aktiv installierte Antiviren-Lösungen kompromittiert, verlieren Administratoren ein wichtiges Sicherheitsnetz im laufenden Betrieb.
Um Systeme vor dem BlackX-Bootkit und ähnlichen Bedrohungen zu schützen, müssen Administratoren und IT-Verantwortliche proaktiv handeln. Folgende Maßnahmen sollten dringend umgesetzt werden:
Der Fall BlackX zeigt eindringlich, dass einmal veröffentlichte Schwachstellen im Boot-Prozess über Jahre hinweg eine Gefahr bleiben, wenn Systeme nicht konsequent gepflegt werden. Ein robuster Schutz erfordert mehr als nur die Aktualisierung der Antiviren-Signaturen – die Absicherung der gesamten Boot-Kette muss oberste Priorität haben.
Quelle: BleepingComputer