Security · 7.9.2026
Nach dem Cyberangriff auf die Berliner Landes-IT warnt das BSI vor gefälschten Captchas, die Schadcode direkt über Tastaturbefehle der Nutzer einschleusen.
Nach dem Cyberangriff auf die Berliner Landes-IT warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor einer perfiden Angriffsmethode der Täter. Als Einstiegspunkt dienten demnach manipulierte Webseiten mit gefälschten Captchas. Durch diese Social-Engineering-Taktik gelang es den Angreifern, bestehende Sicherheitsbarrieren der Verwaltung effektiv zu umgehen.
Der Vorfall demonstriert eine neue Stufe der Professionalisierung im Bereich des Social Engineerings, die sowohl Behörden als auch Unternehmen im DACH-Raum bedroht. Die gefälschten Captchas fordern Nutzer auf, Tastenkombinationen wie Windows + R zu drücken und schädliche PowerShell-Befehle manuell einzufügen. Da dieser Prozess aktiv vom Anwender autorisiert wird, schlagen klassische, rein signaturbasierte Antiviren-Lösungen oft keinen Alarm. Die Schadsoftware wird im Kontext des angemeldeten Benutzers ausgeführt. Für Administratoren bedeutet dies, dass technische Abwehrmechanismen allein nicht mehr ausreichen und die Sensibilisierung der Mitarbeiter eine kritische Rolle einnimmt.
Um Netzwerke und Endgeräte vor dieser Methode zu schützen, sollten IT-Sicherheitsverantwortliche unverzüglich folgende Maßnahmen ergreifen:
Der erfolgreiche Angriff auf die Berliner Landesbehörden zeigt deutlich, wie verwundbar Systeme sind, wenn der Mensch als Interaktionspartner gezielt manipuliert wird. Eine robuste IT-Sicherheitsstrategie muss daher technische Schutzmaßnahmen mit kontinuierlicher Aufklärung der Belegschaft verknüpfen.
Quelle: Golem Security