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Bundestag verabschiedet Digitales Identitätengesetz für EUDI-Wallet

Politik · 15.10.2026

Der Bundestag hat das Digitale Identitätengesetz beschlossen und damit den Weg für die nationale Umsetzung der europäischen EUDI-Wallet geebnet.

Der Deutsche Bundestag hat das Digitale Identitätengesetz verabschiedet und damit die nationalen Weichen für die Einführung der europäischen digitalen Brieftasche (EUDI-Wallet) gestellt. Das Gesetz soll die rechtliche Grundlage für den sicheren digitalen Identitätsnachweis im Alltag und im geschäftlichen Umfeld schaffen. Kritiker aus der Netzpolitik bemängeln jedoch bereits im Vorfeld erhebliche Schwachstellen beim Datenschutz sowie eine unzureichende Nutzerkontrolle.

Warum ist das wichtig?

Für Unternehmen und IT-Verantwortliche im DACH-Raum markiert dieses Gesetz den Beginn einer grundlegenden Veränderung der digitalen Authentifizierung. Die kommende EUDI-Wallet wird es Bürgern ermöglichen, sich EU-weit digital auszuweisen, digitale Verträge zu unterzeichnen und behördliche Nachweise mobil zu erbringen. Unternehmen, insbesondere in regulierten Branchen wie dem Finanz- und Versicherungswesen, aber auch im E-Commerce, müssen sich mittelfristig darauf einstellen, diese staatlich anerkannten Identitätsnachweisschnittstellen in ihre eigenen Systeme und Anmeldeprozesse zu integrieren. Für Administratoren bedeutet dies eine steigende Komplexität im Identity- und Access-Management (IAM), da neue Schnittstellen abgesichert und datenschutzkonform angebunden werden müssen. Gleichzeitig äußern IT-Sicherheitsexperten Bedenken hinsichtlich der Datensparsamkeit und potenzieller Tracking-Risiken bei der Nutzung der staatlichen Infrastruktur.

Was Nutzer jetzt tun sollten

IT-Verantwortliche und Systemarchitekten sollten die technischen Spezifikationen und Standardisierungsentwürfe für die EUDI-Wallet aufmerksam verfolgen. Es empfiehlt sich, bereits jetzt bestehende IAM-Infrastrukturen auf ihre Zukunftsfähigkeit und Flexibilität hinsichtlich föderierter Identitätsdienste zu prüfen. Sobald die konkreten technischen Richtlinien des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vorliegen, sollten Unternehmen eine umfassende Risikoanalyse bezüglich Datenschutz und Datensicherheit durchführen. Private Endanwender sollten sich vor der Einführung genau mit den Datenschutzeinstellungen der Wallet-Apps vertraut machen und darauf achten, welche personenbezogenen Daten bei Verifikationsprozessen tatsächlich freigegeben werden.

Fazit

Das Digitale Identitätengesetz schafft das rechtliche Fundament für die digitale Brieftasche, lässt jedoch aus Sicht des Datenschutzes viele kritische Fragen offen. IT-Abteilungen müssen die Entwicklung eng begleiten, um technologisch und rechtlich auf die Integration vorbereitet zu sein.

Quelle: netzpolitik.org