Security · 30.9.2026
Das Dutch Institute for Vulnerability Disclosure (DIVD) wurde Opfer eines Cyberangriffs. Angreifer nutzten zwei Zero-Day-Lücken im Ticket-System Zammad und setzten KI-Tools ein.
Das Dutch Institute for Vulnerability Disclosure (DIVD) hat bekannt gegeben, dass Angreifer erfolgreich in das eigene Netzwerk eingedrungen sind. Ermöglicht wurde der Vorfall durch die Verkettung von zwei zuvor unbekannten Sicherheitslücken (Zero-Days) im weit verbreiteten Helpdesk-System Zammad. Besonders brisant: Die Angreifer nutzten nach dem Eindringen künstliche Intelligenz, um das kompromittierte Netzwerk automatisiert zu analysieren.
Zammad ist im DACH-Raum eine äußerst beliebte Open-Source-Alternative zu proprietären Ticket-Systemen und wird von zahlreichen IT-Dienstleistern, Behörden und Unternehmen eingesetzt. Da Support-Systeme oft hochgradig sensible Kundendaten, Passwörter und interne Netzwerkdetails enthalten, stellen sie ein primäres Ziel für Cyberkriminelle dar.
Der Vorfall beim DIVD verdeutlicht zudem eine neue Eskalationsstufe bei Cyberangriffen: Die Kombination aus klassischen Software-Schwachstellen und der anschließenden, KI-gestützten Auswertung gestohlener Daten beschleunigt die Ausbreitung im Netzwerk massiv. Admins können sich nicht mehr darauf verlassen, dass herkömmliche, manuelle Erkennungsmaßnahmen nach einem erfolgreichen Erstzugriff ausreichend Zeit zur Reaktion bieten.
IT-Verantwortliche und Administratoren, die Zammad selbst hosten, sollten unverzüglich Sicherheitsmaßnahmen ergreifen:
Der erfolgreiche Einbruch bei einer professionellen Sicherheitsorganisation wie dem DIVD zeigt, dass kein System standardmäßig sicher ist. Nur eine konsequente Patch-Hygiene und restriktive Netzwerkzugriffe können das Risiko solcher hochentwickelten Angriffe effektiv minimieren.
Quelle: BleepingComputer