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EU Kids Act: Geplante Alterskontrollen werfen schwere Datenschutzfragen auf

Politik · 17.9.2026

Der geplante EU Kids Act soll Kinder im Netz schützen, setzt dabei aber auf umstrittene Altersnachweise und birgt erhebliche Risiken für die digitale Privatsphäre aller Nutzer.

Die Europäische Kommission plant mit dem sogenannten "Kids Act" ein neues Regelwerk zum Schutz von Minderjährigen im digitalen Raum. Im Fokus der Gesetzgebung stehen verpflichtende Mechanismen zur Altersverifikation sowie der Nachweis von Sorgerechtsverhältnissen für den Zugang zu verschiedenen Online-Diensten. Kritiker und Datenschutzexperten warnen jedoch nachdrücklich davor, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen den Datenschutz massiv schwächen und neue Angriffsflächen für Identitätsdiebstahl schaffen.

Warum ist das wichtig?

Für IT-Verantwortliche, Plattformbetreiber und Unternehmen im DACH-Raum könnte dieser Gesetzesentwurf weitreichende Konsequenzen haben. Sobald Anbieter gesetzlich verpflichtet werden, das Alter ihrer Nutzer verlässlich zu überprüfen, müssen entsprechende Verifizierungssysteme implementiert werden. Dies betrifft nicht mehr nur klassische Erwachsenenangebote, sondern potenziell weite Teile des regulären Webangebots und sozialer Medien. Aus Sicht der IT-Sicherheit birgt das Speichern und Verarbeiten sensibler Ausweisdokumente oder biometrischer Daten zur Altersbestimmung enorme Risiken. Sollten diese zentralen Datenbanken kompromittiert werden, droht ein massiver Abfluss sensibler Identitätsdaten. Für anspruchsvolle Privatnutzer und Administratoren stellt sich zudem die Frage, wie die verfassungsrechtlich geschützte Anonymität im Netz gewahrt werden kann, wenn Identitätsnachweise zur Standardbedingung für die Internetnutzung werden.

Was Nutzer jetzt tun sollten

Da sich das Vorhaben noch in der politischen Abstimmung befindet, besteht für Unternehmen und IT-Abteilungen vorerst kein akuter technischer Handlungsbedarf. Dennoch sollten folgende präventive Schritte beachtet werden:

Fazit

Der EU Kids Act verfolgt ein legitimes Ziel, droht jedoch durch handwerklich problematische Vorgaben das Recht auf informationelle Selbstbestimmung zu untergraben. Anstatt Kinder effektiv vor Cyber-Grooming oder Extremismus zu schützen, schafft die geplante Infrastruktur zur Alterskontrolle neue Sicherheitsrisiken für alle Internetnutzer.

Quelle: netzpolitik.org