Security · 6.10.2026
Eine neue Phishing-Kampagne imitiert Werbeplattformen von ChatGPT, Gemini und Claude, um Login-Daten und Einmal-Codes abzufangen.
Sicherheitsforscher haben eine hochentwickelte, manuell betriebene Phishing-Plattform aufgedeckt, die gezielt Werbeportale bekannter KI-Chatbots imitiert. Betroffen sind täuschend echte Nachahmungen von Plattformen wie Google Gemini, OpenAI ChatGPT, Anthropic Claude, Perplexity und Meta Muse. Die Angreifer haben es dabei nicht nur auf Passwörter abgesehen, sondern fangen auch aktiv Multi-Faktor-Authentifizierungs-Codes (MFA) ab.
Künstliche Intelligenz ist in Unternehmen im DACH-Raum längst im Arbeitsalltag angekommen. Viele IT-Verantwortliche und Admins nutzen diese Tools und die dazugehörigen Business- und Werbeportale. Die Gefahr dieser neuen Phishing-Welle liegt in ihrer technischen Qualität: Durch den Einsatz von Man-in-the-Middle-Techniken (AiTM) sind die Angreifer in der Lage, auch vermeintlich sichere MFA-Verfahren auszuhebeln. Da die Plattformen von menschlichen Akteuren gesteuert werden, können sie in Echtzeit auf Benutzereingaben reagieren. Ein kompromittierter Account kann Angreifern nicht nur Zugriff auf sensible Unternehmensdaten und vertrauliche Chatverläufe geben, sondern auch zur Plünderung hinterlegter Werbebudgets missbraucht werden.
Um sich vor dieser Bedrohung zu schützen, müssen IT-Abteilungen und Endnutzer proaktiv handeln. Folgende Schutzmaßnahmen sind dringend empfohlen:
Dieser Fall verdeutlicht, dass klassische Einmal-Codes per SMS oder App keinen absoluten Schutz mehr bieten. Nur durch die Kombination aus modernen, phishing-resistenten Authentifizierungsmethoden und kontinuierlicher Sensibilisierung der Mitarbeiter lässt sich das Risiko effektiv minimieren.
Quelle: The Hacker News