Security · 7.9.2026
Eine neue Angriffswelle nutzt Voice-Phishing (Vishing) und AitM-Methoden, um gezielt Microsoft-365-Zugänge von Führungskräften zu übernehmen und Daten zu erpressen.
Sicherheitsanalysten warnen vor einer konzertierten Angriffswelle, bei der Cyberkriminelle gezielt Führungskräfte über manipulierte IT-Support-Anrufe (Vishing) attackieren. Ziel der Angreifer ist es, über sogenannte Adversary-in-the-Middle-Verfahren (AitM) die Sitzungs-Token von Microsoft-365- und SaaS-Konten zu stehlen. Durch das Umgehen der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) erlangen die Täter vollständigen Zugriff auf sensible Unternehmensdaten, um anschließend Lösegeld zu erpressen.
Diese Methode hebelt klassische Sicherheitsmechanismen aus. Da die Angreifer sich als eigene IT-Mitarbeiter ausgeben, nutzen sie das Vertrauen der Beschäftigten schamlos aus. Besonders brisant für Unternehmen im DACH-Raum: Herkömmliche Multi-Faktor-Authentifizierungen (MFA) via SMS oder App-Push bieten gegen diese hochentwickelten AitM-Phishing-Szenarien keinen ausreichenden Schutz. Sobald der Angreifer das aktive Sitzungs-Token abfängt, kann er sich ohne erneute Passwortabfrage im System bewegen. Für administrative Konten und Führungskräfte mit weitreichenden Zugriffsrechten stellt dies ein extremes Risiko für Datendiebstahl und nachfolgende Ransomware- oder Erpressungsangriffe dar.
IT-Verantwortliche und Administratoren müssen umgehend proaktive Schutzmaßnahmen ergreifen, um dieser Bedrohung zu begegnen:
Der aktuelle Trend zeigt, dass rein technische Schutzmaßnahmen ohne kontinuierliche Benutzerschulung und den Einsatz moderner, phishing-resistenter Authentifizierungsstandards nicht mehr ausreichen. Nur eine Kombination aus organisatorischer Wachsamkeit und restriktiver Identity-Politik kann Netzwerke wirksam vor diesen Identitätsdiebstählen schützen.
Quelle: The Hacker News