Security · 10.9.2026
Der Banking-Trojaner Gigabud nutzt Android-Arbeitsprofile, um manipulierte Banking-Apps vor Sicherheitsprüfungen zu verstecken und unbemerkt Finanzdaten abzugreifen.
Der berüchtigte Banking-Trojaner Gigabud nutzt eine neue, raffinierte Methode, um Entdeckungsmechanismen auf Android-Geräten zu umgehen. Wie Sicherheitsforscher berichten, installiert die Schadsoftware eine zweite Anwendung, die ein separates Arbeitsprofil auf dem infizierten Smartphone einrichtet. In diesem isolierten Bereich wird anschließend eine manipulierte Version einer Banking-App abgelegt, die von herkömmlichen Sicherheitsprüfungen nicht erfasst wird.
Die Nutzung von Android-Arbeitsprofilen (Work Profiles) ist in modernen Unternehmensnetzwerken unter dem Prinzip "Bring Your Own Device" (BYOD) weit verbreitet. Diese Funktion soll eigentlich geschäftliche und private Daten strikt trennen, um die Privatsphäre der Nutzer und die Sicherheit des Unternehmens zu schützen. Angreifer missbrauchen diese legitime Android-Funktion nun gezielt. Da Sicherheits-Apps im privaten Profil oft keinen Zugriff auf die Daten und Prozesse im Arbeitsprofil haben, bleibt die Schadsoftware für gängige Antiviren-Scanner unsichtbar. Für IT-Verantwortliche im DACH-Raum stellt dies ein erhebliches Risiko dar: Infizierte Privatgeräte von Mitarbeitern können so unbemerkt als Einfallstor in das Firmennetzwerk dienen oder sensible Finanztransaktionen innerhalb des Unternehmens kompromittieren.
Um sich vor dieser Bedrohung zu schützen, sollten Administratoren und Endanwender folgende Maßnahmen ergreifen:
Der Missbrauch von Android-Arbeitsprofilen zeigt, wie Angreifer etablierte Sicherheitsarchitekturen gegen die Verteidiger selbst verwenden. Nur durch eine Kombination aus striktem Mobile Device Management und kontinuierlicher Mitarbeiteraufklärung lässt sich dieses Risiko im Unternehmensumfeld effektiv minimieren.
Quelle: The Hacker News