Security · 14.10.2026
Strafverfolgungsbehörden haben ein globales Netzwerk abgeschaltet, das für über eine Milliarde Phishing-Nachrichten an zehntausende Organisationen verantwortlich war.
Eine internationale Allianz von Strafverfolgungsbehörden hat eine der weltweit größten Infrastrukturen für Phishing-Kampagnen zerschlagen. Über dieses kriminelle Netzwerk wurden schätzungsweise mehr als eine Milliarde Phishing-E-Mails an über 75.000 Unternehmen und Organisationen in 150 Ländern versendet. Der koordinierte Zugriff unter Beteiligung von Europol und globalen Partnerbehörden stellt einen empfindlichen Schlag gegen die Organisierte Cyberkriminalität dar.
Auch wenn dieser Ermittlungserfolg die Bedrohungslage temporär entspannt, verdeutlicht er die gigantischen Ausmaße moderner „Phishing-as-a-Service“-Plattformen (PaaS). Für IT-Verantwortliche und Administratoren im DACH-Raum zeigt sich, dass Angriffe hochgradig industrialisiert und professionell ablaufen. Die Angreifer nutzen maßgeschneiderte Vorlagen, die legitime Microsoft-Anmeldeseiten oder Bankportale täuschend echt imitieren, um Zugangsdaten abzugreifen. Ein einziger erfolgreicher Phishing-Angriff kann das Einfallstor für Ransomware-Infektionen oder weitreichenden Datendiebstahl im Firmennetzwerk sein.
Die Zerschlagung dieses gigantischen Netzwerks ist ein wichtiger Erfolg der Ermittler, bietet jedoch nur eine kurze Atempause. IT-Administratoren müssen weiterhin auf ein mehrschichtiges Sicherheitskonzept setzen, da Nachfolgegruppierungen die entstandene Lücke im Markt erfahrungsgemäß schnell wieder füllen werden.
Quelle: BleepingComputer