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OT-Sicherheit im Fokus: Cyberangriffe auf Kühlketten von Supermärkten

Security · 12.10.2026

Ein Cyberangriff auf IoT-Schnittstellen von Kühlsystemen in hunderten Supermärkten verdeutlicht die Risiken ungesicherter Betriebstechnologie (OT) im Handel.

Kriminelle Hacker haben die Steuerungssysteme von Kühlanlagen in hunderten Supermärkten manipuliert, indem sie die Solltemperaturen massiv erhöhten. Betroffen sind vor allem Systeme, die über unsichere IoT-Schnittstellen direkt mit dem Internet verbunden waren. Die Angriffe führten in den betroffenen Filialen zu erheblichen Warenverlusten und logistischen Problemen.

Warum ist das wichtig?

Dieser Vorfall verdeutlicht eine wachsende Bedrohung für Unternehmen im DACH-Raum: die unzureichende Absicherung von Operational Technology (OT) und IoT-Geräten. Häufig werden industrielle Steuerungssysteme wie Kühl-, Heiz- oder Belüftungsanlagen aus Gründen der Fernwartung ins Netzwerk integriert, ohne die grundlegendsten Sicherheitsstandards einzuhalten. Wenn solche Systeme ohne VPN-Absicherung oder starke Authentifizierung direkt über das öffentliche Internet erreichbar sind, werden sie zu einem leichten Ziel für Angreifer. Für Betriebe im Lebensmitteleinzelhandel, aber auch für kritische Infrastrukturen (KRITIS), kann der Ausfall oder die Manipulation dieser Systeme existenzbedrohende Ausmaße annehmen – von teurem Verderb von Waren bis hin zu Verstößen gegen gesetzliche Kühlkettenvorschriften.

Was Nutzer jetzt tun sollten

Administratoren und IT-Verantwortliche müssen die Trennung von IT- und OT-Netzwerken (Netzwerksegmentierung) strikt durchsetzen. Industrielle Steuerungsanlagen dürfen niemals direkt und ungeschützt über das Internet erreichbar sein. Der Zugriff für Wartungsarbeiten sollte ausschließlich über verschlüsselte VPN-Verbindungen mit vorgeschalteter Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) erfolgen. Zudem ist es unerlässlich, alle Standard-Passwörter der IoT-Schnittstellen sofort durch komplexe, individuelle Kennwörter zu ersetzen. Regelmäßige Firmware-Updates der Hersteller müssen zeitnah eingespielt werden, um bekannte Sicherheitslücken zu schließen. Ein kontinuierliches Monitoring des Netzwerkverkehrs hilft zudem, ungewöhnliche Zugriffe auf Steuerungseinheiten frühzeitig zu erkennen und einzudämmen.

Fazit

Der Angriff zeigt, dass IT-Sicherheit nicht an den Grenzen von Servern und Client-PCs aufhört. Die Absicherung von IoT- und OT-Geräten im gewerblichen Bereich muss dringend denselben Sicherheitsstandards unterliegen wie die klassische Office-IT, um physische und finanzielle Schäden effektiv abzuwenden.

Quelle: WinFuture