Security · 6.10.2026
Remote-Monitoring-und-Management-Tools sind attraktive Angriffsziele; gezielte Sicherheitskontrollen schützen MSPs und Kunden vor Lieferketten-Angriffen.
Managed Service Provider (MSPs) und IT-Abteilungen nutzen Remote-Monitoring-und-Management-Software (RMM), um Client-Infrastrukturen und Endpunkte zentral zu verwalten und zu warten. Da diese Plattformen tiefgreifende, privilegierte Zugriffe auf eine Vielzahl von Kundennetzwerken besitzen, stellen sie ein hochattraktives Ziel für professionelle Cyberkriminelle dar. Eine aktuelle Analyse zeigt nun acht zentrale Kontrollmechanismen auf, die Administratoren bei der Evaluierung, Implementierung und Absicherung ihrer RMM-Systeme zwingend berücksichtigen und regelmäßig testen sollten.
Gerade in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) setzen viele mittelständische Unternehmen auf externe Dienstleister, um den anhaltenden Fachkräftemangel in der IT-Abteilung zu kompensieren. Gelingt Angreifern die Kompromittierung einer zentralen RMM-Plattform, fungiert der betroffene Dienstleister als unbewusstes Sprungbrett für einen sogenannten Supply-Chain-Angriff. Auf diese Weise können Angreifer mit einem einzigen Einbruch Dutzende nachgelagerte Endkunden gleichzeitig mit Ransomware infizieren oder sensible Daten abziehen. Die Absicherung dieser administrativen Schnittstellen ist daher für die gesamte Lieferkette von existenzieller Bedeutung.
IT-Verantwortliche und Systemadministratoren sollten ihre bestehenden RMM-Umgebungen einer detaillierten Sicherheitsprüfung unterziehen. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört die Implementierung einer strikten Mandantentrennung (Tenant Isolation), um die laterale Bewegung von Angreifern zwischen unterschiedlichen Kundenumgebungen im Ernstfall unmöglich zu machen. Zudem müssen sämtliche administrativen Zugänge zwingend mit einer robusten Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) geschützt und nach dem Prinzip der minimalen Rechtevergabe (Least Privilege) konfiguriert werden. Das Einspielen von Sicherheitsupdates für RMM-Agenten muss automatisiert und ohne Verzögerung erfolgen. Schließlich gilt es, regelmäßige Disaster-Recovery-Tests durchzuführen, um kompromittierte Systeme schnellstmöglich isolieren und aus sicheren Backups wiederherstellen zu können.
Die Sicherheit von RMM-Lösungen darf keinesfalls als gegeben vorausgesetzt werden. Nur durch kontinuierliche Audits der Zugriffsrechte, automatisierte Patch-Prozesse und eine konsequente Überwachung aller Fernzugriffe lässt sich das Risiko verheerender Lieferketten-Angriffe im B2B-Umfeld wirksam minimieren.
Quelle: BleepingComputer