Security · 4.9.2026
Der Identitätsdienstleister IDScan steht nach einem massiven Datenleck, bei dem sensible Daten von über 153 Millionen Autofahrern erbeutet worden sein sollen, unter rechtlichem Druck.
Der US-amerikanische Identifikationsdienstleister IDScan.net sieht sich mit mehreren Sammelklagen konfrontiert. Hintergrund ist ein mutmaßlicher Cyberangriff, bei dem Angreifer sensible Daten von schätzungsweise 153 Millionen Führerscheininhabern erbeutet und im Darknet zum Verkauf angeboten haben sollen. Das Unternehmen, das auf die automatisierte Überprüfung von Ausweisdokumenten spezialisiert ist, steht nun wegen unzureichender Sicherheitsvorkehrungen in der Kritik.
Der Vorfall verdeutlicht die immensen Risiken, die mit der Auslagerung von Identitätsprüfungen an Drittanbieter verbunden sind. IDScan verarbeitet hochgradig sensible personenbezogene Daten, darunter vollständige Namen, Geburtsdaten, Adressen, Führerscheinnummern und biometrische Fotos. Für Unternehmen im DACH-Raum, die ähnliche Identifizierungsdienste (etwa für KYC-Prozesse, Altersverifikationen oder Compliance-Prüfungen) nutzen, ist dieser Fall eine Warnung. Ein Abfluss solcher Daten kann nicht nur zu schwerem Identitätsdiebstahl führen, sondern stellt unter der DSGVO auch ein massives regulatorisches Risiko dar. IT-Verantwortliche müssen sich bewusst sein, dass die Haftung für Datenschutzverletzungen bei Dienstleistern oft auch auf das beauftragende Unternehmen zurückfallen kann, wenn die Auswahl- und Überwachungspflichten vernachlässigt wurden.
Unternehmen, die Identitätsdienstleister einsetzen, sollten unverzüglich folgende Maßnahmen ergreifen:
Der Fall IDScan zeigt, dass die Sicherheit von Lieferketten (Supply Chain Security) nicht an der eigenen Netzwerkgrenze aufhört. Nur durch kontinuierliche Überwachung und strenge vertragliche Datenschutzvereinbarungen lassen sich die Risiken beim Umgang mit hochsensiblen Kundendaten effektiv minimieren.
Quelle: BleepingComputer