Politik · 22.10.2026
Angesichts mangelhafter IT-Sicherheit fordert BSI-Präsidentin Claudia Plattner strenge Haftungsregeln für KI-Entwickler aus den USA und China.
Die Präsidentin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Claudia Plattner, fordert ein härteres Vorgehen gegen unzureichende IT-Sicherheit bei KI-Anbietern aus den USA und China. Sie plädiert dafür, Hersteller bei nachlässiger Softwarequalität und Sicherheitslücken rechtlich haftbar zu machen. Damit reagiert das BSI auf die zunehmende Integration von KI-Systemen in kritische Infrastrukturen und Unternehmensprozesse, die oft ohne ausreichende Absicherung erfolgt.
Für Unternehmen im DACH-Raum ist diese Debatte von zentraler Bedeutung. Viele Betriebe integrieren derzeit rasant KI-Dienste – oft von US-amerikanischen Marktführern –, um ihre Effizienz zu steigern. Wenn diese Systeme jedoch Sicherheitsmängel aufweisen, tragen aktuell die anwendenden Unternehmen das volle Risiko für Datenabfluss oder Systemausfälle. Eine gesetzliche Haftung der Hersteller würde die Verantwortung dorthin verlagern, wo die Technologie entwickelt wird, und den Druck auf Drittstaaten-Anbieter erhöhen, europäische Sicherheitsstandards einzuhalten. Auch anspruchsvolle Privatnutzer profitieren von sichereren Systemen, da ihre sensiblen Daten in KI-gestützten Anwendungen besser vor Missbrauch geschützt wären.
Da eine Haftungsregelung noch politische Zukunftsmusik ist, müssen IT-Verantwortliche und Administratoren schon heute aktiv werden. Folgende Maßnahmen sind ratsam:
Der Vorstoß des BSI verdeutlicht, dass die Sorglosigkeit bei der KI-Entwicklung ein Sicherheitsrisiko für die europäische Wirtschaft darstellt. Solange keine globalen oder europäischen Haftungsregeln greifen, bleibt die IT-Sicherheit von KI-Anwendungen in der vollen Verantwortung der anwendenden Unternehmen und Administratoren.
Quelle: Golem Security