Security · 21.10.2026
Der japanische VPS-Anbieter Onamae Desktop Cloud wurde Opfer eines Cyberangriffs. Hacker infizierten rund 27.000 Kundenserver mit Schadsoftware.
Cyberkriminelle haben die Infrastruktur des japanischen VPS-Dienstes Onamae Desktop Cloud kompromittiert. Dabei gelang es den Angreifern, Schadsoftware auf bis zu 26.739 virtuellen Servern von Kunden zu installieren. Der Vorfall betrifft insbesondere Windows-basierte Cloud-Desktops, die für automatisierte Aufgaben genutzt werden.
Auch wenn der Anbieter primär im japanischen Raum aktiv ist, verdeutlicht der Vorfall die Risiken von Supply-Chain-Angriffen auf Cloud- und VPS-Infrastrukturen. Viele DACH-Unternehmen nutzen globale Cloud-Dienste oder haben Partner und Niederlassungen in Asien, die solche Services in Anspruch nehmen. Ein erfolgreicher Angriff auf den Virtualisierungs-Host oder die Verwaltungsinfrastruktur hebelt lokale Sicherheitsvorkehrungen auf den Gast-Systemen oft vollständig aus. Zudem zeigt dieser Fall, dass scheinbar isolierte VPS-Umgebungen über administrative Schnittstellen des Providers verwundbar sind.
Kunden des betroffenen Dienstes sollten ihre Server umgehend isolieren und auf verdächtige Aktivitäten prüfen. Es wird dringend empfohlen, Backups einzuspielen, die vor dem vermuteten Angriffszeitraum erstellt wurden, oder die Systeme komplett neu aufzusetzen. Zudem sollten sämtliche Zugangsdaten, API-Schlüssel und Zertifikate, die auf den betroffenen Servern hinterlegt waren, als kompromittiert betrachtet und unverzüglich ausgetauscht werden.
Unabhängig von diesem spezifischen Fall sollten IT-Verantwortliche im DACH-Raum die Sicherheitsarchitektur ihrer eigenen VPS- und Cloud-Anbieter evaluieren. Wichtige Maßnahmen sind:
Der Vorfall bei Onamae Desktop Cloud unterstreicht, dass die Auslagerung von Infrastruktur in die Cloud kein Selbstläufer für die Sicherheit ist. Ein starkes Augenmerk auf die Absicherung von Schnittstellen und eine lückenlose Überwachung der Systeme bleiben für Admins unerlässlich.
Quelle: BleepingComputer