Security · 22.10.2026
Angreifer haben die Release-Pipeline der Python-Bibliothek LiteLLM kompromittiert und eine manipulierte Version mit einer Backdoor und einem Credential Stealer veröffentlicht.
Das Entwickler-Team hinter dem beliebten Open-Source-AI-Gateway LiteLLM hat einen schwerwiegenden Sicherheitsvorfall offengelegt. Unbekannte Akteure konnten mehrere Sicherheitskontrollen umgehen und eine manipulierte Version der Python-Bibliothek (Version 1.107.0) im offiziellen Repository veröffentlichen. Diese manipulierte Version enthielt eine Backdoor sowie einen Credential Stealer, der darauf ausgelegt war, sensible Zugangsdaten abzugreifen. Es wird vermutet, dass ein geleaktes GitHub-Token in den Logs des AI Gateways den Angreifern den unbefugten Zugriff ermöglichte.
LiteLLM wird von zahlreichen Unternehmen und Entwicklern im DACH-Raum eingesetzt, um den Zugriff auf verschiedene Large Language Models über eine vereinheitlichte Schnittstelle zu steuern. Supply-Chain-Angriffe dieser Art sind für IT-Abteilungen besonders gefährlich, da schädliche Updates oft unbemerkt automatisiert in Produktionsumgebungen eingepflegt werden. Ein Abfluss von Zugangsdaten, insbesondere im Kontext von KI-Schnittstellen und Cloud-Infrastrukturen, kann weitreichende Konsequenzen haben und Angreifern den lateralen Zugriff auf interne Netzwerke oder sensible Kundendaten ermöglichen.
IT-Verantwortliche, Entwickler und Administratoren sollten unverzüglich ihre Python-Umgebungen auf die betroffene Version prüfen und folgende Maßnahmen ergreifen:
Dieser Vorfall verdeutlicht erneut das hohe Risiko von Supply-Chain-Szenarien im Open-Source-Ökosystem. Unternehmen müssen ihre Abhängigkeiten kontinuierlich überwachen und automatisierte Sicherheitsprüfungen (Software Composition Analysis) in ihre CI/CD-Pipelines integrieren, um manipulierte Drittanbieter-Pakete frühzeitig zu erkennen.
Quelle: The Hacker News