Security · 16.9.2026
Das KREMLIN-Toolkit umgeht Browser-Sicherheitsprüfungen, um schädliche Add-ons in Google Chrome und Microsoft Edge zu installieren und Zugangsdaten abzugreifen.
Eine seit Mitte 2025 aktive Malware-Kampagne nutzt ein hochentwickeltes Toolkit namens KREMLIN, um Sicherheitsüberprüfungen gängiger Webbrowser zu umgehen. Ziel der Angreifer ist es, schädliche Erweiterungen in Google Chrome und Microsoft Edge zwangsweise zu installieren. Diese manipulierten Add-ons agieren im Hintergrund und sind darauf ausgelegt, Zugangsdaten, Session-Token und andere sensible Unternehmensdaten abzugreifen.
Für Unternehmen und IT-Verantwortliche im DACH-Raum stellt diese Methode eine erhebliche Bedrohung dar. Da sowohl Google Chrome als auch Microsoft Edge auf der Chromium-Engine basieren, sind beide im Unternehmenseinsatz weit verbreiteten Browser gleichermaßen betroffen. Die Schadsoftware umgeht standardmäßige Sicherheitsmechanismen, die eigentlich die Installation von Erweiterungen außerhalb der offiziellen Web Stores verhindern sollen. Einmal eingenistet, können die Schadprogramme nicht nur Passwörter stehlen, sondern auch aktive Sitzungen (Session-Hijacking) übernehmen. Dies ermöglicht es Angreifern, sich Zugriff auf interne Unternehmensnetzwerke und Cloud-Dienste zu verschaffen, ohne dass klassische Multi-Faktor-Authentifizierungen greifen, da die bereits autorisierte Sitzung gekapert wird.
Systemadministratoren und IT-Sicherheitsbeauftragte müssen proaktiv handeln, um ihre Netzwerke zu schützen. Folgende Maßnahmen werden dringend empfohlen:
Die KREMLIN-Malware zeigt, dass Angreifer zunehmend die Browser-Infrastruktur als primäres Einfallstor nutzen. Ohne eine zentralisierte Richtlinienverwaltung für Browser-Erweiterungen sind Unternehmen dieser Art von Datenabfluss schutzlos ausgeliefert. Ein restriktives Whitelisting von Add-ons sollte daher Standard in jeder IT-Sicherheitsstrategie sein.
Quelle: BleepingComputer