Microsoft · 7.10.2026
Die niederländische Steuerbehörde kehrt Microsofts Cloud-Diensten den Rücken und hostet Office künftig selbst. Grund dafür sind anhaltende Bedenken beim Datenschutz.
Die niederländische Steuerbehörde (Belastingdienst) hat beschlossen, die Nutzung von Microsoft Office 365 in der Cloud zu beenden. Stattdessen wird die Behörde ihre Office-Anwendungen künftig auf eigenen Servern im Rahmen einer On-Premise- oder Private-Cloud-Lösung betreiben. Ausschlaggebend für diesen Schritt sind anhaltende Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der digitalen Souveränität bei der Nutzung von US-Cloud-Infrastrukturen.
Die Entscheidung der niederländischen Behörde spiegelt eine wachsende Skepsis im europäischen B2B- und Behördensektor wider. Für IT-Verantwortliche und Admins in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH-Region) ist dieser Fall von hoher Relevanz, da auch hierzulande der Einsatz von Microsoft 365 in öffentlichen Einrichtungen und regulierten Branchen datenschutzrechtlich hochgradig umstritten ist. Der US Cloud Act ermöglicht US-Behörden theoretisch den Zugriff auf Daten, die auf Servern US-amerikanischer Anbieter liegen – selbst wenn sich die Rechenzentren in Europa befinden. Der Schritt zeigt, dass große Organisationen zunehmend bereit sind, die komfortablen Cloud-Schnittstellen aufzugeben, um die volle Kontrolle über sensible Finanz- und Steuerdaten zurückzuerlangen.
IT-Entscheider sollten diesen Fall zum Anlass nehmen, ihre eigene Cloud-Strategie kritisch zu bewerten. Folgende Schritte sind für Unternehmen ratsam:
Die Abkehr der niederländischen Behörde von Microsoft 365 verdeutlicht, dass die Debatte um digitale Souveränität in Europa an Fahrt gewinnt. Unternehmen und Behörden müssen Nutzwert und Datenschutzrisiken von Cloud-Diensten kontinuierlich neu abwägen und gegebenenfalls auf bewährte On-Premise-Lizenzmodelle zurückgreifen.
Quelle: Golem Security