Microsoft · 22.10.2026
Microsoft bietet Administratoren eine temporäre Lösung, um blockierte Anwendungen nach der schrittweisen Abschaltung von Exchange Web Services (EWS) wieder lauffähig zu machen.
Microsoft hat eine offizielle Anleitung veröffentlicht, wie IT-Administratoren vorübergehend die kürzlich deaktivierte Exchange Web Services (EWS) API in Exchange Online reaktivieren können. Dieser Schritt wurde notwendig, da nach der Deaktivierung der Schnittstelle zahlreiche ältere Drittanbieter-Anwendungen, die auf EWS angewiesen sind, abrupt den Dienst verweigerten. Die temporäre Freischaltung soll Unternehmen die nötige Zeit verschaffen, um ihre Softwarelandschaft auf modernere Alternativen umzustellen.
Für viele Unternehmen im DACH-Raum ist Exchange Online die zentrale Kommunikationsplattform. Zahlreiche Legacy-Anwendungen, Archivierungswerkzeuge, Ticket-Systeme oder CRM-Schnittstellen nutzen im Hintergrund noch immer EWS zur Synchronisation von E-Mails, Kalendern und Kontakten. Da Microsoft die Abschaltung dieser veralteten Protokolle nun aktiv durchsetzt, stehen Administratoren vor dem Problem, dass geschäftskritische Workflows ohne Vorwarnung unterbrochen werden. Der nun bereitgestellte Workaround verhindert akute Produktivitätsausfälle, löst das zugrundeliegende Problem aber nur auf Zeit.
Administratoren haben die Möglichkeit, die EWS-Protokolle über das Exchange Admin Center (EAC) oder mittels PowerShell-Befehlen für betroffene Postfächer vorübergehend wieder freizuschalten. Microsoft betont jedoch ausdrücklich, dass es sich hierbei um eine reine Notfallmaßnahme handelt. IT-Verantwortliche sollten umgehend eine detaillierte Bestandsaufnahme aller genutzten EWS-Anwendungen durchführen.
Der einzig nachhaltige Weg besteht darin, diese Anwendungen zeitnah auf die modernere und sicherere Microsoft Graph API zu migrieren. Da die EWS-Schnittstelle in absehbarer Zeit endgültig und ohne weitere Übergangsfristen abgeschaltet wird, müssen Software-Updates oder alternative Lösungen jetzt priorisiert werden.
Die temporäre Reaktivierung der EWS-Schnittstelle verschafft IT-Abteilungen eine dringend benötigte Atempause. Sie enthebt Unternehmen jedoch nicht von der Pflicht, veraltete Protokolle zügig abzulösen, um die langfristige Sicherheit, Compliance und Stabilität ihrer Cloud-Infrastruktur zu gewährleisten.
Quelle: BleepingComputer