Security · 22.9.2026
Microsoft hat die Infrastruktur des Phishing-Dienstes „EvilTokens“ zerschlagen, über den mithilfe von KI-gestützten Gerätecode-Angriffen über 12.000 Postfächer kompromittiert wurden.
Microsoft hat in einer gerichtlich autorisierten Aktion die Infrastruktur des Phishing-Dienstes „EvilTokens“ erfolgreich zerschlagen. Der als „Phishing-as-a-Service“ betriebene Dienst nutzte künstliche Intelligenz in nahezu jedem Schritt der Angriffskette, um Authentifizierungs-Token zu stehlen. Nach Angaben des Herstellers wurden über diese Plattform bereits mehr als 12.000 E-Mail-Postfächer weltweit kompromittiert, um anschließende Daten- und Identitätsdiebstähle durchzuführen.
Der Fall zeigt eine besorgniserregende Professionalisierung von Cyberangriffen durch den gezielten Einsatz von KI. „EvilTokens“ spezialisierte sich auf sogenannte Device-Code-Phishing-Angriffe (OAuth-Missbrauch). Hierbei werden Nutzer dazu verleitet, einen scheinbar harmlosen Gerätecode einzugeben, wodurch die Angreifer weitreichenden Zugriff auf Microsoft-365-Konten erhalten – und das häufig unter Umgehung klassischer Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Für Unternehmen im DACH-Raum bedeutet dies ein hohes Risiko: Kompromittierte Konten werden erfahrungsgemäß für Wirtschaftsspionage, Ransomware-Vorbereitungen oder Rechnungsbetrug genutzt. Auch anspruchsvolle Privatnutzer mit sensiblen Daten in Cloud-Umgebungen geraten zunehmend ins Visier solcher personalisierter Kampagnen.
Um sich vor dieser Form des Token-Diebstahls zu schützen, sollten IT-Verantwortliche und Administratoren proaktiv Sicherheitsrichtlinien anpassen:
Die Zerschlagung von „EvilTokens“ ist ein wichtiger Erfolg im Kampf gegen automatisierte Cyberkriminalität. Da Angreifer jedoch schnell neue Infrastrukturen aufbauen, bleibt die konsequente Härtung der Identitätsinfrastruktur in Unternehmen der einzig wirksame Schutz gegen modernen Token-Diebstahl.
Quelle: The Hacker News