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OEM-Router des Herstellers ZBT: Sicherheitsforscher entdecken Backdoors

Security · 28.8.2026

IT-Sicherheitsforscher haben in weltweit vertriebenen OEM-Routern des chinesischen Herstellers ZBT kritische Backdoors und gravierende Sicherheitslücken entdeckt.

IT-Sicherheitsforscher haben in Routern des chinesischen OEM-Herstellers Shenzhen ZBT Electronics gravierende Sicherheitslücken und gezielt implementierte Backdoors entdeckt. Da ZBT seine Geräte hauptsächlich als White-Label-Hardware an verschiedene globale Marken liefert, sind die betroffenen Router oft nicht direkt als solche erkennbar. Die Schwachstellen ermöglichen es Angreifern unter anderem, aus der Ferne administrativen Zugriff auf die Geräte zu erlangen und den Netzwerkverkehr zu manipulieren.

Warum ist das wichtig?

Für IT-Verantwortliche und Administratoren im DACH-Raum stellt diese Entdeckung ein erhebliches Lieferketten-Risiko (Supply-Chain-Risk) dar. Viele Unternehmen und anspruchsvolle Privatnutzer setzen vermeintlich europäische oder amerikanische Router-Marken ein, unter deren Gehäuse sich jedoch unveränderte OEM-Hardware von ZBT befindet. Die gefundenen Backdoors – darunter fest codierte Passwörter, undokumentierte Telnet-Zugänge und unsichere Update-Mechanismen – können von Cyberkriminellen ausgenutzt werden, um in Unternehmensnetzwerke einzudringen. Besonders im Kontext von Homeoffice-Arbeitsplätzen, die häufig mit günstigen Router-Modellen ausgestattet sind, droht hier die Kompromittierung sensibler Unternehmensdaten oder der Diebstahl von Zugangsdaten.

Was Nutzer jetzt tun sollten

Administratoren und sicherheitsbewusste Anwender sollten umgehend prüfen, ob in ihrer Infrastruktur Geräte im Einsatz sind, die auf ZBT-Hardware basieren. Da die Identifizierung von OEM-Hardware im laufenden Betrieb schwierig sein kann, empfiehlt sich eine Analyse der MAC-Adressen-Bereiche (OUI) oder eine Überprüfung der Firmware-Signaturen. Falls Geräte identifiziert werden, für die der jeweilige Brand-Anbieter keine zeitnahen Sicherheitsupdates bereitstellt, sollten diese Router umgehend ausgetauscht werden. Generell gilt: Netzwerksegmente für kritische Anwendungen sollten physisch oder logisch (via VLAN) von günstigen Consumer-Routern getrennt werden. Zudem sollte der Fernzugriff auf Router-Schnittstellen (WAN-seitig) standardmäßig deaktiviert und der Datenverkehr über verschlüsselte VPN-Tunnel abgewickelt werden.

Fazit

Der Fall ZBT verdeutlicht einmal mehr die Risiken intransparenter globaler Lieferketten im Hardware-Bereich. IT-Entscheider müssen bei der Beschaffung von Netzwerkkomponenten verstärkt auf zertifizierte Herkunft und transparente Update-Garantien achten, um unbemerkt eingeschleuste Sicherheitslücken im eigenen Netz zu verhindern.

Quelle: heise Security