Microsoft · 4.9.2026
Microsoft stellt die Ähnlichkeitsprüfung in Word ein. IT-Verantwortliche im DACH-Raum müssen für Plagiats- und Quellenchecks künftig auf Drittanbieter-Tools ausweichen.
Microsoft stellt die integrierte Ähnlichkeitsprüfung (Similarity Checker) in Microsoft Word ein. Diese Funktion, die als Teil des Microsoft-Editor-Dienstes angeboten wurde, erlaubte es Anwendern, Dokumente auf Plagiate zu scannen und korrekte Quellennachweise direkt in der Textverarbeitung zu generieren. Die Abschaltung des Features erfolgt schrittweise und betrifft sowohl die Word-Web-App als auch die Desktop-Anwendungen innerhalb von Microsoft 365.
Die Ähnlichkeitsprüfung war ein wertvolles Werkzeug für eine Vielzahl von Anwendern im DACH-Raum – von Bildungseinrichtungen über PR-Agenturen bis hin zu Rechtsabteilungen in Unternehmen. Sie half dabei, die Originalität von Texten zu sichern und unbeabsichtigte Urheberrechtsverletzungen zu vermeiden, ohne dass externe Software lizenziert werden musste. Mit dem Wegfall dieser Funktion stehen IT-Verantwortliche vor der Herausforderung, Arbeitsabläufe anzupassen. Zudem rücken dadurch datenschutzrechtliche Fragen in den Fokus: Werden sensible Unternehmensdokumente für eine Plagiatsprüfung künftig an externe Web-Dienste übermittelt, müssen diese streng den Vorgaben der DSGVO entsprechen. Dies erfordert eine sorgfältige Evaluierung alternativer Anbieter durch die IT-Abteilung.
IT-Administratoren sollten zunächst den tatsächlichen Bedarf im Unternehmen ermitteln und prüfen, welche Abteilungen auf das Feature angewiesen sind. Da die native Funktion bald nicht mehr zur Verfügung steht, empfiehlt sich die rechtzeitige Evaluierung von DSGVO-konformen Alternativen. Hierzu gehören etablierte Tools wie Turnitin, PlagScan oder Grammarly, die sich oft über Add-ins direkt in Word integrieren lassen. Bei der Einführung von Drittanbieter-Add-ins müssen Admins die Verteilung und die Sicherheitsberechtigungen über das Microsoft 365 Admin Center zentral steuern. Zudem sollten Nutzer darüber informiert werden, dass der entsprechende Button im Editor-Bereich von Word demnächst entfällt.
Der Wegfall der Ähnlichkeitsprüfung markiert einen Wandel in Microsofts Produktstrategie, bei dem einfache Spezialfunktionen zugunsten umfassenderer KI-Assistenten wie Copilot weichen müssen. Für Unternehmen bedeutet dies jedoch kurzfristig zusätzlichen Aufwand bei der Softwarebeschaffung und der Einhaltung von Compliance-Richtlinien.
Quelle: WinFuture