Security · 6.10.2026
Microsoft erweitert die Liste blockierter Dateianhänge in Outlook um die Formate .msix und .msixbundle, um die Verbreitung von Schadsoftware zu erschweren.
Microsoft reagiert auf die veränderte Bedrohungslage und sperrt in Outlook künftig standardmäßig Dateianhänge mit den Endungen .msix und .msixbundle. Diese Container-Formate, die eigentlich für die unkomplizierte Installation von Windows-Apps konzipiert sind, wurden in der Vergangenheit vermehrt von Cyberkriminellen missbraucht, um Schadcode an den Sicherheitsmechanismen vorbei auf Zielsysteme zu schleusen. Die Sperre soll zeitnah über entsprechende Sicherheits-Updates ausgerollt werden.
Für IT-Verantwortliche und Administratoren in Unternehmen der DACH-Region bedeutet diese Änderung eine spürbare Sicherheitsverbesserung, erfordert jedoch unter Umständen eine Anpassung interner Workflows. Da MSIX-Pakete häufig für die Verteilung von hausinternen Branchenanwendungen genutzt werden, können diese Installationsdateien künftig nicht mehr ohne Weiteres per E-Mail an Mitarbeiter oder externe Partner übermittelt werden. Auch für versierte Privatnutzer entfällt damit ein direkter Übertragungsweg für selbstpaketierte Software. Da Angreifer zunehmend Methoden wie das Hijacking von App-Installern nutzen, um klassische Antiviren-Scanner zu umgehen, ist dieser Schritt von Microsoft eine konsequente Härtung der Standardkonfiguration von Outlook.
Administratoren sollten zeitnah prüfen, inwieweit in ihren Organisationen MSIX-Dateien via E-Mail ausgetauscht werden. Ist dies der Fall, müssen alternative und sicherere Verteilungswege etabliert werden. Hierzu bieten sich sichere Netzlaufwerke, interne SharePoint-Plattformen oder dedizierte Software-Verteilungssysteme wie Microsoft Intune an. Falls die Blockade für spezifische, legitime Geschäftsszenarien zwingend umgangen werden muss, lässt sich die Liste der blockierten Dateiendungen in Outlook über administrative Vorlagen (Gruppenrichtlinien) oder im Microsoft 365 Admin Center konfigurieren. Dies sollte jedoch nur unter strengen Sicherheitsauflagen und nach einer expliziten Risikoabwägung erfolgen.
Quelle: Dr. Windows