Security · 5.9.2026
Eine großangelegte Cyberkriminalitäts-Kampagne nutzt die BNB Smart Chain, um widerstandsfähige ClickFix-Payloads über gehackte Webseiten zu verbreiten.
Eine großangelegte Cybersicherheitsbedrohung betrifft derzeit mehr als 5.400 manipulierte Websites von vor allem kleinen und mittleren Unternehmen. Angreifer nutzen diese Plattformen, um sogenannte „ClickFix“-Schadprogramme zu verteilen, die Nutzer zum Ausführen von bösartigen Befehlen verleiten. Das Besondere an dieser Kampagne ist, dass die Schadcodes in Smart Contracts auf der BNB Smart Chain (BSC) hinterlegt sind, was eine Abschaltung durch Sicherheitsbehörden erheblich erschwert.
Für IT-Verantwortliche und Administratoren in der DACH-Region stellt diese Methode eine neue Qualitätsstufe der Resilienz von Malware-Infrastrukturen dar. Traditionelle Sperrlisten und IP-Blockaden greifen bei dezentralen Blockchains ins Leere. Zudem sind die ClickFix-Taktiken psychologisch geschickt aufgebaut: Dem Besucher der gehackten Website wird ein vermeintlicher Fehler im Webbrowser oder beim Öffnen eines Dokuments (beispielsweise in Microsoft Word oder Excel) vorgetäuscht. Um das angebliche Problem zu beheben, wird der Nutzer aufgefordert, eine Tastenkombination zu drücken und ein Skript in die PowerShell einzufügen. Wird dieser Anweisung gefolgt, infiziert ein Info-Stealer das System und greift sensible Zugangsdaten, Krypto-Wallets und vertrauliche Unternehmensdaten ab.
Um sich vor dieser Bedrohung zu schützen, müssen Unternehmen und Administratoren sofortige Präventionsmaßnahmen ergreifen:
Die Verlagerung von Malware-Infrastrukturen in die Blockchain zeigt die technologische Anpassungsfähigkeit von Cyberkriminellen. Nur durch eine Kombination aus technischer Härtung der Clients und kontinuierlicher Nutzersensibilisierung lässt sich diese Angriffsfläche effektiv schließen.
Quelle: BleepingComputer