Security · 28.8.2026
Der Software-Hersteller PaperCut hat ein weiteres Sicherheitsupdate nachgeschoben, da die ersten Patches für kritische Sicherheitslücken umgangen werden konnten.
Der australische Softwarehersteller PaperCut hat ein zweites Notfall-Sicherheitsupdate für seine Druckmanagement-Lösungen PaperCut NG und PaperCut MF veröffentlicht. Dies wurde notwendig, nachdem Sicherheitsforscher Methoden entdeckt hatten, mit denen die zuvor bereitgestellten Patches für aktiv ausgenutzte Schwachstellen umgangen werden konnten. Betroffene Unternehmen müssen nun dringend erneut aktiv werden, um ihre Systeme vor Angriffen zu schützen.
Druckserver und Druckmanagement-Software wie PaperCut sind in vielen DACH-Unternehmen, Behörden und Bildungseinrichtungen zentrale Infrastrukturkomponenten. Da diese Systeme oft tief im Netzwerk verankert sind und über weitreichende Active-Directory-Berechtigungen verfügen, stellen sie ein äußerst attraktives Ziel für Cyberkriminelle dar. Die betroffenen Schwachstellen ermöglichen es Angreifern unter Umständen, Schadcode auszuführen oder sensible Druckdaten abzugreifen. Da die ursprünglichen Fehlerbehebungen unvollständig waren, besteht für Systeme, die nur den ersten Patch erhalten haben, weiterhin ein akutes Risiko. Ein erfolgreicher Angriff kann hier die vollständige Kompromittierung des Unternehmensnetzwerks zur Folge haben.
Administratoren in DACH-Unternehmen sollten unverzüglich prüfen, welche Versionen von PaperCut NG und PaperCut MF im Einsatz sind. Es ist zwingend erforderlich, das neueste Sicherheitsupdate einzuspielen, das die Schwachstellen vollständig schließt. Ein Aufschieben des Patches birgt ein hohes Risiko, da Proof-of-Concept-Exploits im Umlauf sind und aktiv für Angriffe genutzt werden. Zudem sollten die Zugriffsprotokolle der Druckserver auf verdächtige Aktivitäten hin untersucht werden. Falls ein sofortiges Update aus betrieblichen Gründen nicht möglich ist, sollten vorübergehende Sicherheitsmaßnahmen wie die Einschränkung des Netzwerkzugriffs auf die Administrations-Schnittstellen der Druckserver geprüft und umgesetzt werden.
Die Veröffentlichung eines zweiten Notfall-Patches zeigt, wie komplex die Absicherung weit verbreiteter Softwarelösungen sein kann. Für IT-Verantwortliche verdeutlicht dieser Vorfall, dass Sicherheitsupdates nach ihrer Installation kontinuierlich überwacht und gegebenenfalls durch nachfolgende Hotfixes ergänzt werden müssen, um einen lückenlosen Schutz zu gewährleisten.
Quelle: BleepingComputer