Security · 7.10.2026
Eine neue Kampagne nutzt die Schadsoftware PoeLLM, um schlecht abgesicherte KI-Server zu übernehmen und deren Rechenleistung für illegales Cryptomining zu missbrauchen.
Eine neuartige Schadsoftware-Kampagne namens PoeLLM nimmt gezielt ungeschützte Server und Schnittstellen von Systemen für Künstliche Intelligenz (KI) ins Visier. Die Angreifer nutzen Sicherheitslücken und Fehlkonfigurationen aus, um die betroffenen Systeme zu kapern und sie in Werkzeuge für Scans und illegales Cryptomining zu verwandeln. Dabei werden vor allem die leistungsstarken Hardwareressourcen von KI-Infrastrukturen missbraucht, um Kryptowährungen zu schürfen und weitere Angriffe vorzubereiten.
Viele Unternehmen in der DACH-Region bauen derzeit eigene KI-Pipelines auf oder experimentieren mit Frameworks wie Jupyter Notebooks, Ray oder Kubernetes-basierten KI-Umgebungen. Oftmals stehen diese Systeme im Fokus von Entwicklungsabteilungen, wobei grundlegende Sicherheitsvorkehrungen wie Firewalls oder strikte Zugriffskontrollen vernachlässigt werden. Da KI-Server in der Regel über extrem leistungsstarke Grafikkarten (GPUs) und Mehrkernprozessoren verfügen, sind sie für Cryptomining-Akteure ein äußerst lukratives Ziel. Ein erfolgreicher Befall führt nicht nur zu massiven Strom- und Cloud-Betriebskosten, sondern gefährdet auch sensible Unternehmensdaten und die Integrität des gesamten Firmennetzwerks.
Um die eigenen Systeme vor PoeLLM und ähnlichen Bedrohungen zu schützen, müssen Administratoren umgehend folgende Sicherheitsmaßnahmen ergreifen:
Die PoeLLM-Kampagne zeigt deutlich, dass der rasante Aufstieg von KI-Technologien neue, attraktive Angriffsflächen für Cyberkriminelle schafft. IT-Abteilungen dürfen die IT-Sicherheit beim schnellen Deployment von KI-Schnittstellen nicht vernachlässigen. Nur durch eine konsequente Absicherung der Infrastruktur lassen sich teure Missbräuche und Datenabflüsse verhindern.
Quelle: BleepingComputer