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Reform des Thüringer Polizeigesetzes stößt auf scharfe Kritik

Politik · 28.8.2026

Im Thüringer Landtag äußerten Experten erhebliche verfassungsrechtliche und technische Bedenken gegen die geplante Ausweitung von Überwachungsbefugnissen.

Der Thüringer Landtag plant eine umfassende Novellierung des Polizeiaufgabengesetzes (ThürPAG). Im Rahmen einer jüngsten Sachverständigenanhörung im Innenausschuss äußerten Juristen, Datenschützer und IT-Experten massive verfassungsrechtliche und technische Bedenken gegen die neuen Befugnisse. Kritisiert wird insbesondere die vorgesehene Ausweitung der Überwachungsrechte, die nach Ansicht von Kritikern teils ohne hinreichenden Tatverdacht oder richterliche Anordnung ermöglicht werden soll.

Warum ist das wichtig?

Für Unternehmen und IT-Verantwortliche im DACH-Raum verdeutlicht die Debatte einen anhaltenden Trend zur Ausweitung staatlicher Überwachungsbefugnisse, die auch die IT-Sicherheit direkt betreffen. Instrumente wie die Quellen-Telekommunikationsüberwachung (Quellen-TKÜ) erfordern oft das bewusste Offenhalten von Sicherheitslücken (sogenannten Zero-Day-Exploits) durch staatliche Stellen, statt diese an Softwarehersteller wie Microsoft zu melden. Dies schwächt die allgemeine IT-Infrastruktur, da dieselben Schwachstellen auch von kriminellen Akteuren für Ransomware-Angriffe oder Wirtschaftsspionage ausgenutzt werden können.

Was Nutzer jetzt tun sollten

Da staatliche und kriminelle Angreifer gleichermaßen auf das Ausnutzen von Systemschwachstellen setzen, müssen IT-Abteilungen und anspruchsvolle Privatnutzer ihre Sicherheitsvorkehrungen proaktiv verschärfen. Folgende Maßnahmen sind dringend zu empfehlen:

Fazit

Die geplante Gesetzesreform in Thüringen zeigt einmal mehr, dass der Schutz der digitalen Integrität zunehmend in den Händen der IT-Verantwortlichen selbst liegt. Eine lückenlose Absicherung und die Härtung der eigenen Systeme gegen jegliche unbefugte Zugriffe bleiben die wirksamste Verteidigungslinie.

Quelle: netzpolitik.org