Security · 6.10.2026
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt aufgrund neuer Forschungsergebnisse, das McEliece-Verfahren bei neuen Krypto-Projekten vorerst nicht zu nutzen.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat eine formelle Warnung bezüglich des etablierten Post-Quanten-Kryptoverfahrens "Classic McEliece" ausgesprochen. Nach der Analyse aktueller Forschungsergebnisse rät die Behörde dringend davon ab, dieses asymmetrische Verfahren für neue Implementierungen oder Projekte einzusetzen. Grund dafür sind theoretische Schwachstellen, die unter bestimmten Bedingungen die Sicherheit der Verschlüsselung gefährden könnten.
Für IT-Verantwortliche und Administratoren im DACH-Raum ist die Empfehlung des BSI von hoher Relevanz, da McEliece bisher als eines der verlässlichsten und am besten erforschten Post-Quanten-Verfahren galt. Es basiert auf fehlerkorrigierenden Codes und widersteht theoretisch Angriffen durch zukünftige Quantencomputer. Viele Organisationen, die bereits heute auf Krypto-Agilität und zukunftssichere Verschlüsselung setzen, hatten McEliece als langfristige Alternative oder als Teil von Hybrid-Lösungen eingeplant. Die neuen BSI-Erkenntnisse zeigen jedoch, dass selbst etablierte mathematische Modelle durch neue Angriffsvektoren ins Wanken geraten können. Dies verdeutlicht, wie dynamisch und risikobehaftet die Migration auf Post-Quanten-Kryptografie (PQC) derzeit noch ist.
Unternehmen und Entwickler sollten ihre Migrationsstrategien für Post-Quanten-Kryptografie umgehend überprüfen. Konkret empfiehlt das BSI folgende Maßnahmen:
Die Warnung des BSI vor Classic McEliece unterstreicht, dass der Übergang zur Post-Quanten-Kryptografie kein einmaliges Upgrade, sondern ein kontinuierlicher Prozess ist. IT-Entscheider müssen flexibel bleiben und auf die dynamische Bedrohungslage reagieren, um die langfristige Datensicherheit ihrer Organisationen zu gewährleisten.
Quelle: heise Security