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PostgreSQL schließt zwölf Jahre alte Sicherheitslücke in der Replikation

Security · 4.9.2026

Eine kritische Schwachstelle in PostgreSQL ermöglichte über die Replication-Rolle die Ausführung von Schadcode auf Betriebssystemebene. Updates stehen bereit.

Das Entwicklerteam von PostgreSQL hat Sicherheitsupdates veröffentlicht, die eine seit zwölf Jahren bestehende Schwachstelle in der logischen Dekodierung schließen. Der unter der Kennung CVE-2026-6471 geführte Fehler weist einen CVSS-Score von 7.2 auf. Er erlaubt es Angreifern mit der Berechtigung „REPLICATION“, beliebigen Code mit den Rechten des Betriebssystem-Benutzers auszuführen, unter dem der Datenbankserver läuft.

Warum ist das wichtig?

In vielen IT-Infrastrukturen im DACH-Raum ist PostgreSQL das Rückgrat geschäftskritischer Anwendungen. Oftmals werden Datenbank-Berechtigungen wie das Replication-Attribut großzügiger vergeben als eigentlich notwendig, da diese Rolle historisch als weniger kritisch im Vergleich zum Superuser-Status eingestuft wurde. Die Entdeckung, dass diese Berechtigung nun zur vollständigen Übernahme des zugrunde liegenden Servers führen kann, verschärft das Risiko erheblich.

Da die Schwachstelle über ein Jahrzehnt unentdeckt im Code schlummerte, müssen Administratoren davon ausgehen, dass sowohl ältere Legacy-Systeme als auch moderne Instanzen gleichermaßen betroffen sind. Ein erfolgreicher Angriff gefährdet nicht nur die Integrität der Datenbank selbst, sondern kann auch als Einstiegspunkt für komplexere Angriffe auf das gesamte Unternehmensnetzwerk dienen.

Was Nutzer jetzt tun sollten

Administratoren und IT-Verantwortliche sollten unverzüglich prüfen, welche PostgreSQL-Versionen im Unternehmen im Einsatz sind, und die neu bereitgestellten Patches der Entwickler einspielen. Zudem ist es dringend ratsam, das Prinzip der minimalen Rechtevergabe (Least Privilege) konsequent umzusetzen.

Überprüfen Sie sämtliche Datenbankkonten und entziehen Sie die REPLICATION-Berechtigung überall dort, wo sie für den täglichen Betrieb nicht zwingend erforderlich ist. IT-Verantwortliche, die PostgreSQL-Instanzen innerhalb von Cloud-Plattformen betreiben, sollten zudem die entsprechenden Wartungsfenster und Patch-Zyklen der Cloud-Anbieter überwachen, um sicherzustellen, dass die Updates vollständig angewendet wurden.

Quelle: The Hacker News