Security · 15.10.2026
Ein ungeschützter Speicherabzug beim Buchungsriesen Amadeus legte Zugangsdaten und Passagierdaten offen. Das BSI warnt nun vor gezielten Phishing-Kampagnen.
Durch einen ungeschützten Speicherabzug (Memory Dump) beim globalen Reise-IT-Dienstleister Amadeus sind sensible Zugangsdaten und Kundendaten im Klartext offengelegt worden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt Reisende nun vor gezielten Phishing-Angriffen und Betrugsversuchen. Angreifer könnten die abgeflossenen Daten nutzen, um täuschend echte E-Mails, beispielsweise für einen vermeintlichen Early-Check-in oder gefälschte Flugplanänderungen, zu versenden.
Amadeus ist einer der weltweit größten Akteure im Bereich der Reise-IT und bedient zahlreiche internationale Fluggesellschaften, Reisebüros und Hotels. Dementsprechend hoch ist die Zahl der potenziell Betroffenen im DACH-Raum, insbesondere unter Geschäftsreisenden. Die Kompromittierung von Passagierdaten und Zugangsdaten ermöglicht es Cyberkriminellen, maßgeschneiderte Spear-Phishing-Kampagnen aufzusetzen. Da die Angreifer über reale Reisedaten verfügen, wirken gefälschte Benachrichtigungen extrem glaubwürdig. Für IT-Sicherheitsverantwortliche in Unternehmen stellt dies eine erhebliche Bedrohung dar, da kompromittierte Geschäftsreise-Accounts als Einfallstor in das gesamte Firmennetzwerk genutzt werden können. Zudem besteht das Risiko, dass über gefälschte Check-in-Links Schadsoftware auf Business-Geräten eingeschleust wird.
Sowohl IT-Verantwortliche als auch Privatnutzer sollten umgehend Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, um das Risiko von Folgeangriffen zu minimieren:
Der Vorfall verdeutlicht die Risiken durch Schwachstellen bei zentralen IT-Dienstleistern in der Lieferkette. Nur durch kontinuierliche Schulung der Anwender und eine konsequente Zero-Trust-Strategie können Unternehmen die potenziellen Schäden solcher weitreichenden Datenlecks abfedern.
Quelle: heise Security