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SAP schließt kritische „OVERPASS“-Sicherheitslücke im Kernel

Security · 8.9.2026

SAP hat mit den jüngsten Sicherheitsupdates eine kritische Schwachstelle im Kernel geschlossen, die eine vollständige Systemübernahme ermöglicht.

Der Softwarehersteller SAP hat im Rahmen seiner jüngsten Sicherheitsupdates eine kritische Schwachstelle im SAP-Kernel geschlossen. Die als „OVERPASS“ bekannte Sicherheitslücke weist die maximale Risikobewertung von 10.0 auf der CVSS-Skala auf. Es handelt sich um einen schwerwiegenden Speicherfehler (Memory Corruption), der es Angreifern ermöglicht, betroffene Systeme vollständig zu kompromittieren. Insgesamt wurden mit dem Patchday im September 20 offizielle Sicherheitslücken in verschiedenen Produkten adressiert.

Warum ist das wichtig?

Der SAP-Kernel bildet das technische Fundament für eine Vielzahl von geschäftskritischen Anwendungen, die in DACH-Unternehmen standardmäßig im Einsatz sind. Dazu gehören ERP-Systeme, HR-Datenbanken und Finanzsoftware. Da die Schwachstelle ohne vorherige Authentifizierung und über das Netzwerk ausgenutzt werden kann, besteht ein extremes Risiko für Spionage, Sabotage und Ransomware-Angriffe. Gelingt es Angreifern, den Kernel zu kompromittieren, erhalten sie praktisch uneingeschränkten Zugriff auf die zugrunde liegende Infrastruktur und alle sensiblen Unternehmensdaten. Auch wenn Endnutzer oder kleinere Lizenznehmer nicht direkt im Fokus der Angreifer stehen, sind sie indirekt über die Sicherheit der Lieferketten und der genutzten Cloud-Dienste betroffen. Ein Ausfall oder Datenabfluss bei einem SAP-betriebenen Dienstleister kann weitreichende Konsequenzen für den gesamten Geschäftsbetrieb haben.

Was Nutzer jetzt tun sollten

IT-Verantwortliche und Administratoren in Unternehmen müssen unverzüglich handeln. Da es sich um eine Schwachstelle mit der maximalen Risikostufe handelt, hat das Einspielen der bereitgestellten Sicherheitsupdates oberste Priorität. Überprüfen Sie umgehend die aktuell eingesetzten Versionen des SAP-Kernels in Ihrer Infrastruktur. SAP stellt detaillierte Hinweise und korrigierte Kernel-Pakete über sein Support-Portal zur Verfügung. Bis zur vollständigen Installation des Patches sollten Unternehmen zudem den Netzwerkverkehr zu den SAP-Systemen streng überwachen und restriktive Firewall-Regeln implementieren, um potenzielle Angriffsvektoren zu minimieren. Zudem empfiehlt es sich, bestehende Lizenz- und Support-Verträge zu prüfen, um sicherzustellen, dass ein lückenloser Zugriff auf die neuesten Sicherheits-Feeds des Herstellers gewährleistet ist.

Fazit

Die Entdeckung der „OVERPASS“-Schwachstelle verdeutlicht einmal mehr, wie anfällig zentrale Unternehmensressourcen sein können. Ein strukturiertes und schnelles Patch-Management ist für IT-Abteilungen im DACH-Raum unerlässlich, um geschäftskritische Systeme und sensible Daten vor hochkarätigen Bedrohungen zu schützen.

Quelle: BleepingComputer