Security · 19.10.2026
Die US-Sicherheitsbehörde CISA warnt vor der aktiven Ausnutzung von Schwachstellen in Fortinet-Sicherheitsgateways und BeyondTrust Remote Support.
Die US-Sicherheitsbehörde CISA warnt nachdrücklich vor der aktiven Ausnutzung bekannter Schwachstellen in Sicherheitslösungen von Fortinet sowie in der weitverbreiteten Fernwartungssoftware BeyondTrust Remote Support. Die betroffenen Sicherheitslücken wurden offiziell in den KEV-Katalog (Known Exploited Vulnerabilities) aufgenommen, was die Dringlichkeit der Bedrohungslage unterstreicht. Cyberkriminelle nutzen diese Schwachstellen bereits aktiv aus, um Sicherheitsbarrieren zu umgehen und Schadcode auszuführen.
Sowohl die Sicherheitsgateways von Fortinet als auch die Support-Lösungen von BeyondTrust sind im gesamten DACH-Raum fest in der IT-Infrastruktur von Behörden, Mittelständlern und Großunternehmen verankert. Da diese Technologien direkt an den Netzwerkgrenzen agieren oder für den privilegierten administrativen Fernzugriff genutzt werden, sind sie primäre Angriffsziele für Ransomware-Banden und staatlich akzentuierte Akteure. Gelingt es Angreifern, diese Schnittstellen zu kompromittieren, erhalten sie oft tiefgreifende Rechte im internen Netzwerk. Dies kann zu massivem Datenabfluss, Spionage oder einer vollständigen Verschlüsselung der Unternehmenssysteme führen.
Administratoren und IT-Sicherheitsbeauftragte sollten unverzüglich prüfen, welche Versionen von FortiOS, FortiProxy und BeyondTrust Remote Support im Einsatz sind. Die Hersteller haben für die betroffenen Sicherheitslücken bereits entsprechende Patches zur Verfügung gestellt. Diese Updates müssen mit hoher Priorität getestet und ausgerollt werden. Falls ein sofortiges Einspielen der Patches im Produktivbetrieb nicht realisierbar ist, sollten temporäre Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Hierzu zählen das Deaktivieren nicht zwingend benötigter Dienste, die Durchsetzung einer strikten Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für alle Zugänge sowie die Einschränkung des Zugriffs auf Administrations-Schnittstellen auf explizit freigegebene, vertrauenswürdige IP-Adressen (Whitelisting). Zudem empfiehlt sich eine verstärkte Analyse der Firewall- und System-Logs auf Anomalien.
Der aktuelle Warnhinweis zeigt erneut, dass die Absicherung von VPN-Gateways und Fernwartungstools oberste Priorität im IT-Betrieb haben muss. Ein proaktives Patch-Management ist und bleibt das effektivste Mittel, um Angreifern einen Schritt voraus zu sein und die Integrität der eigenen Unternehmensdaten zu schützen.
Quelle: heise Security