Security · 7.11.2026
Nach Angriffen auf europäische Supermarkt-Kühlsysteme ermitteln deutsche Geheimdienste. Im Fokus der Sabotage stehen unsichere Fernwartungszugänge.
Nach einer koordinierten Angriffswelle auf die Steuerungssysteme von Kühlanlagen in europäischen Supermärkten haben sich die deutschen Geheimdienste in die Ermittlungen eingeschaltet. Sowohl das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) als auch der Bundesnachrichtendienst (BND) untersuchen die Sabotageakte, die gezielt Schwachstellen in Fernwartungszugängen ausnutzen. Die Vorfälle verdeutlichen die wachsende Bedrohung für kritische Infrastrukturen und gewerbliche Steuerungssysteme (OT).
Der Vorfall zeigt eindringlich, dass nicht nur klassische IT-Systeme, sondern zunehmend auch die Betriebstechnologie (Operational Technology, OT) im Visier von Angreifern stehen. Viele Unternehmen im DACH-Raum – von Lebensmitteleinzelhändlern bis hin zu Industrie- und Logistikbetrieben – verlassen sich auf vernetzte Steuerungs- und Kühlanlagen. Oft werden diese Systeme von externen Dienstleistern über unzureichend abgesicherte Fernwartungszugänge betreut. Gelingt Angreifern hier der Zugriff, können sie physische Schäden verursachen, Lieferketten unterbrechen oder erpresserische Ransomware-Angriffe vorbereiten. Die Beteiligung der Geheimdienste unterstreicht zudem die geopolitische Dimension und das Potenzial für staatlich gelenkte Sabotageakte gegen die wirtschaftliche Infrastruktur.
Um die eigenen Systeme vor ähnlichen Angriffsszenarien zu schützen, müssen Administratoren und IT-Sicherheitsverantwortliche unverzüglich handeln. Folgende Schutzmaßnahmen sollten implementiert werden:
Die Sabotage an Kühlsystemen führt vor Augen, dass die Absicherung von OT-Systemen kein Nischenthema mehr ist. IT-Verantwortliche in DACH-Unternehmen müssen die Sicherheit ihrer physischen Infrastruktur und der dazugehörigen Wartungsschnittstellen auf dieselbe Stufe stellen wie die Absicherung ihrer Office-Umgebungen.
Quelle: heise Security