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Telerik UI: Sicherheitslücke ermöglicht unbefugte Remotecodeausführung

Security · 7.9.2026

Ein veröffentlichter Proof-of-Concept-Exploit zeigt, wie eine Schwachstelle in Progress Telerik UI für ASP.NET AJAX zur vollständigen Serverübernahme genutzt werden kann.

Für die weit verbreitete UI-Komponentenbibliothek "Telerik UI für ASP.NET AJAX" wurde ein funktionierender Proof-of-Concept-Exploit veröffentlicht. Durch die Kombination einer Padding-Oracle-Schwachstelle im Verschlüsselungsverfahren AES-CBC lässt sich unter bestimmten Bedingungen eine unbefugte Remotecodeausführung (RCE) auf dem zugrunde liegenden Webserver erzielen. Der Softwarehersteller Progress hatte die zugrundeliegenden Sicherheitslücken bereits im Juli dieses Jahres geschlossen, doch die Veröffentlichung des Angriffscodes erhöht das Risiko für ungepatchte Systeme drastisch.

Warum ist das wichtig?

Viele Unternehmen im DACH-Raum setzen im Microsoft-Ökosystem auf IIS-Webserver und ASP.NET-Anwendungen, die zur Gestaltung von Benutzeroberflächen Komponenten von Telerik nutzen. Da es sich bei dem nun demonstrierten Angriff um eine Kette von Schwachstellen handelt, die ohne vorherige Authentifizierung ausgenutzt werden kann, ist das Bedrohungspotenzial hoch. Ein erfolgreicher Angreifer könnte die volle Kontrolle über den Webserver erlangen, sensible Kundendaten abziehen oder Schadsoftware im Firmennetzwerk platzieren. Die Ausnutzung ist allerdings an eine spezifische, vom Standard abweichende Konfiguration der Anwendung gekoppelt. Dennoch zeigt die Veröffentlichung des Exploits durch das Sicherheitsunternehmen TantoSec, dass Angreifer nun über eine fertige Anleitung für Angriffe verfügen.

Was Nutzer jetzt tun sollten

IT-Verantwortliche und Administratoren sollten unverzüglich prüfen, ob in ihrer Systemlandschaft Telerik UI für ASP.NET AJAX eingesetzt wird. Folgende Maßnahmen sind dringend zu empfehlen:

Fazit

Die Veröffentlichung funktionierender Exploits für bekannte Schwachstellen verkürzt das Zeitfenster für Administratoren erheblich. Da Telerik-Komponenten tief in geschäftskritischen Webanwendungen im Windows-Umfeld verankert sind, sollte die Behebung dieser Schwachstelle im Rahmen des Patch-Managements hohe Priorität genießen.

Quelle: The Hacker News