Security · 16.10.2026
Eine neue Phishing-Kampagne nutzt manipulierte Kalendereinladungen, um Nutzer auf AitM-Seiten zu locken und MFA-Schutzmaßnahmen auszuhebeln.
Sicherheitsforscher haben eine hochentwickelte Spear-Phishing-Kampagne der Bedrohungsgruppe UAT-11985 aufgedeckt. Die Angreifer nutzen gefälschte Kalendereinladungen, um gezielt Opfer auf eine sogenannte Adversary-in-the-Middle (AitM) Phishing-Plattform zu leiten. Ziel der Angriffe ist der Diebstahl von Google-Zugangsdaten und aktiven Sitzungs-Cookies, wodurch selbst eine eingerichtete Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) umgangen werden kann.
Obwohl sich diese spezifische Kampagne aktuell primär gegen Personen im Umfeld taiwanischer Forschungseinrichtungen richtet, verdeutlicht die Methode eine wachsende Bedrohung für Unternehmen im DACH-Raum. AitM-Angriffe gewinnen rasant an Bedeutung, da herkömmliche Schutzmaßnahmen wie die SMS- oder App-basierte Multi-Faktor-Authentifizierung hierbei wirkungslos sind. Da Kalendereinladungen in modernen Kollaborations-Tools wie Microsoft Teams, Outlook oder Google Workspace tief integriert sind und oft unbedacht akzeptiert werden, stellt dieser Angriffsvektor ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Einmal erbeutete Sitzungs-Token ermöglichen Angreifern den unbemerkten Zugriff auf sensible Unternehmensdaten und interne Netzwerke.
IT-Verantwortliche und Administratoren sollten proaktiv Maßnahmen ergreifen, um dieser Bedrohung zu begegnen. Folgende Schritte sind dringend empfohlen:
Der Fall zeigt deutlich, dass klassische Phishing-Abwehr und einfache MFA-Verfahren nicht mehr ausreichen. Nur durch die Kombination aus modernen, phishing-resistenten Authentifizierungsstandards und geschärfter Wachsamkeit der Mitarbeiter lässt sich das Risiko erfolgreicher AitM-Übernahmen nachhaltig minimieren.
Quelle: The Hacker News