Security · 15.10.2026
Ein schwerwiegender Cyberangriff auf die britische Legal Aid Agency führte zum Diebstahl historischer Daten bis ins Jahr 1978, was die Risiken unzureichender Datenhygiene verdeutlicht.
Die britische Legal Aid Agency (LAA), eine Behörde des Justizministeriums, wurde Opfer eines weitreichenden Cyberangriffs. Angreifer verschafften sich im April 2025 Zugriff auf IT-Systeme und entwendeten vertrauliche Daten, die bis in das Jahr 1978 zurückreichen. Der Vorfall verdeutlicht, wie verwundbar selbst jahrzehntealte Archivdaten sind, wenn sie ungesichert auf vernetzten Systemen verbleiben.
Viele Unternehmen und Behörden auch im DACH-Raum horten historische Daten (sogenannte Dark Data) auf ihren Servern, oft ohne strukturierte Löschkonzepte oder angemessene Segmentierung. Der Vorfall in Großbritannien zeigt, dass Cyberkriminelle gezielt nach solchen Archiven suchen, da diese oft sensible personenbezogene Daten enthalten, die für Identitätsdiebstahl oder Erpressung genutzt werden können. Für IT-Verantwortliche ist dies ein Weckruf, die eigenen Datenaufbewahrungsrichtlinien und die Einhaltung der DSGVO-Löschfristen strenger zu überwachen. Ungenutzte Altdaten stellen ein massives, vermeidbares Sicherheits- und Haftungsrisiko dar.
IT-Admins und Sicherheitsverantwortliche sollten diesen Vorfall zum Anlass nehmen, ihre Datenbestände zu auditieren und folgende Maßnahmen zu ergreifen:
Der Diebstahl von Daten, die fast ein halbes Jahrhundert alt sind, zeigt schmerzhaft auf, dass Cybersicherheit nicht beim aktuellen Tagesgeschäft aufhört. Nur eine konsequente Datenhygiene und die strikte Einhaltung von Löschfristen schützen Organisationen nachhaltig vor den Spätfolgen solcher Sicherheitsvorfälle.
Quelle: BleepingComputer