Security · 1.9.2026
Ein Sicherheitsforscher hat in der Firmware von Unitree-Robotern gravierende Schwachstellen entdeckt, die eine Ausbreitung von Schadcode über WLAN ermöglichen.
Ein IT-Sicherheitsforscher hat in der Firmware von humanoiden Robotern des Herstellers Unitree eine kritische Sicherheitslücke namens „Unibleed“ entdeckt. Diese Schwachstelle ermöglicht es potenziellen Angreifern, Schadcode einzuschleusen, der sich wie ein Computerwurm selbstständig von Roboter zu Roboter über das lokale WLAN-Netzwerk verbreiten kann. Betroffen sind herstellereigene Kommunikationsprotokolle, die unverschlüsselt und ohne ausreichende Authentifizierung arbeiten.
Humanoide Roboter und hochentwickelte Robotikplattformen halten zunehmend Einzug in Logistikzentren, Industrieanlagen und auch in forschungsorientierte Privathaushalte im DACH-Raum. Die Entdeckung von „Unibleed“ verdeutlicht ein fundamentales Problem der modernen IoT- und OT-Sicherheit (Operational Technology): Oftmals werden physische Sicherheitsaspekte priorisiert, während die IT-Sicherheit der Firmware vernachlässigt wird. Ein erfolgreicher Angriff auf solche Systeme gefährdet nicht nur die physische Sicherheit in Werkshallen, sondern kann auch als Einfallstor in das restliche Unternehmensnetzwerk dienen, um sensible Daten abzugreifen oder Ransomware zu platzieren.
Unternehmen und Entwickler, die Roboter von Unitree oder ähnliche vernetzte Robotikplattformen einsetzen, sollten unverzüglich Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Da Firmware-Updates der Hersteller oft verzögert bereitgestellt werden, ist eine strikte Netzwerksegmentierung die effektivste Sofortmaßnahme. Roboter dürfen sich niemals im selben WLAN-Netzwerk wie kritische Unternehmensressourcen oder Office-PCs befinden. Zudem sollte der Datenverkehr dieser Geräte über dedizierte Firewalls überwacht werden, um ungewöhnliche Kommunikationsmuster frühzeitig zu blockieren. Auch das Deaktivieren ungenutzter Funkverbindungen und physischer Schnittstellen trägt zur Risikominimierung bei.
Die „Unibleed“-Lücke zeigt einmal mehr, dass die Integration smarter Hardware in bestehende IT-Infrastrukturen eine sorgfältige Bedrohungsanalyse erfordert. IT-Verantwortliche müssen IoT- und Robotik-Endpunkte mit derselben Strenge absichern wie klassische Server oder Clients.
Quelle: Golem Security