Security · 3.9.2026
Wenn Logins in Infostealer-Datenbanken auftauchen, droht akute Gefahr. Neben Passwörtern sind oft auch Session-Cookies betroffen, mit denen Angreifer die MFA umgehen können.
Wenn Zugangsdaten von Mitarbeitern in den Logdateien von Infostealer-Malware auftauchen, ist schnelles Handeln der IT-Sicherheitsverantwortlichen gefragt. Moderne Schadsoftware stiehlt heute weit mehr als nur statische Passwörter. Besonders gefährlich sind entwendete Session-Cookies, die es Angreifern ermöglichen, selbst aktive Multi-Faktor-Authentifizierungen (MFA) komplett zu umgehen.
Für Unternehmen im DACH-Raum stellt dieser Angriffsvektor eine erhebliche Bedrohung dar. Viele Admins wiegen sich in falscher Sicherheit, weil sie MFA implementiert haben. Wenn jedoch ein Infostealer ein System infiziert, greift er aktive Browsersitzungen ab. Mit diesen gültigen Token können sich Cyberkriminelle direkt in Unternehmensnetzwerke, Cloud-Dienste oder Microsoft-365-Umgebungen einwählen, ohne dass eine MFA-Abfrage ausgelöst wird. Dies führt im schlimmsten Fall zu Ransomware-Infektionen oder dem Diebstahl sensibler Daten, was auch datenschutzrechtlich erhebliche Konsequenzen nach sich zieht.
Sobald der Verdacht oder Nachweis besteht, dass Zugangsdaten in Infostealer-Logs gelistet sind, müssen Admins sofort eine strukturierte Reaktion einleiten:
Ein kompromittiertes Passwort ist im Zeitalter von Infostealern nur die Spitze des Eisbergs. IT-Abteilungen dürfen sich nicht allein auf MFA verlassen, sondern müssen das Session-Management und die Endpunktsicherheit kontinuierlich überwachen, um Identitätsdiebstahl effektiv abzuwehren.
Quelle: BleepingComputer